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Deutsche Krebshilfe für Verbot von Solarien

Montag, 3. Februar 2020

/Evgeniy Kalinovskiy, stock.adobe.com

Bonn – Der Deutschen Krebshilfe zufolge erkranken in Deutschland jedes Jahr fast eine halbe Million Menschen neu an Krebs. Ärzteorganisationen und die Politik rufen daher anlässlich des morgigen Weltkrebstages zur Vorsorge auf.

„Etwa jeder zweite Bundesbürger erkrankt im Laufe seines Lebens an Krebs. Daran kön­nen wir etwas ändern. Gehen sie zur Krebsfrüherkennung“, sagte Jörg Berling, stellver­tretender Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen.

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„Je früher eine Krebserkrankung erkannt und behandelt wird, desto größer sind die Hei­lungschancen“, betonte Brandenburgs Ge­sund­heits­mi­nis­terin Ursula Nonnemacher (Grü­ne). Deshalb sei es lebenswichtig, Angebote zur Krebsfrüherkennung wie Hautkrebsscree­ning oder Darmspiegelung regelmäßig zu nutzen.

Die Deutsche Krebshilfe fordert in diesem Zusammenhang gemeinsam mit der Arbeitsge­meinschaft Dermatologische Prävention (ADP) ein bundesweites Verbot von Solarien. Die Krebshilfe zufolge verursacht der Gebrauch von Solarien jährlich europaweit bei etwa 3.400 Menschen schwarzen Hautkrebs. In etwa 800 Fällen führt dies demnach zum Tod.

„Seit einem Jahrzehnt sind Solarien als eindeutig krebserregend eingestuft. Das Nut­zungs­verbot für Minderjährige wird jedoch völlig unzureichend eingehalten“, begründete Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe, die Forderung nach einem generellen Solarienverbot.

Internationale Forschung

„Beim Kampf gegen den Krebs gibt es einen eindeutigen europäischen Mehrwert. Wir wer­den nur erfolgreich sein, wenn wir zusammenarbeiten“, sagte der CDU-Europaabge­ord­nete und gesundheitspolitische Sprecher der Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP) im Europäischen Parlament, Peter Liese.

Als konkrete Maßnahmen schlägt er vor, die Bekämpfung von Krebs zu einem der zentra­len Anliegen der europäischen Forschungspolitik machen, die Möglichkeiten der Teleme­dizin und des Datenaustausches konsequenter zu nutzen und gesetzliche Rahmenbedin­gun­gen zu schaffen, die die Pharmaindustrien dazu motivieren, Innovationen auf den Markt zu bringen. „Im Moment gibt es zwar viele neue Medikamente, nur wenige davon bringen aber substantielle Fortschritte in der Therapie“, sagte der Mediziner Liese.

Auf die Fortschritte der Radiotherapie bei Krebserkrankungen weist die Deutsche Gesell­schaft für Radioonkologie (DEGRO) hin. „Die Radiotherapie stellt bei vielen Krebserkran­kun­gen eine gleichwertige Alternative zu anderen Therapien dar und kann mit weniger Nebenwirkungen einhergehen“, hieß es aus der Fachgesellschaft.

Oft würden Patienten jedoch nicht umfassend über Therapiealternativen informiert. Die DEGRO fordert zum Weltkrebstag daher eine ausgewogene interdisziplinäre Therapiebe­ratung der Patienten nach Erstdiagnose. © hil/dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #775808
Moni.ca
am Montag, 3. Februar 2020, 23:01

Verbot von Solarien?

Wie wäre es mit einem Verbot von Zigaretten und Alkohol? - Ach nee, dann gehen ja Steuern verloren, t'schuldigung! Okay, ein Verbot von Zusatzstoffen in Lebensmitteln? Aaaah, Verbot von Glyphosat?

Ich erinnere mich: Man muss Prioritääten setzen.
LNS

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