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Politik

Geschlechts­spezifische Medizin im Fokus

Freitag, 31. Januar 2020

/fieldwork, stock.adobe.com

Berlin – Die Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Besonderheiten kann nach Ansicht der Bundesregierung in der Medizin einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Ver­­sorgung und Patientensicherheit leisten.

Der wesentliche Einfluss des Geschlechts auf die Gesundheit sei mittlerweile gut unter­sucht und belegt, schreibt die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag.

In ihrer Anfrage hatten die FDP-Abgeordneten kritisiert, dass geschlechtsspezifische Me­dizin gegenwärtig immer noch eine Randerscheinung im deutschen Gesundheits­wesen ist.

Zudem seien Frauen in medizinischen Studien unterrepräsentiert. Dadurch bestünde die Möglichkeit, dass mögliche positive wie negative Wirkungen auf die unter­schiedlichen Geschlechter nicht ausdifferenziert dargestellt werden könnten.

In diesem Zusammenhang verwies die Bundesregierung auf Paragraf 2b des Fünften Buches Sozialgesetzbuch, der Krankenkassen seit 2015 verpflichtet, geschlechtsspezifi­schen Besonderheiten Rechnung zu tragen.

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) wies darauf hin, 2018 einen eigenen För­derschwerpunkt zur „Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Besonderheiten in der Gesundheitsversorgung, Prävention und Gesundheitsförderung“ aufgelegt zu haben.

Ziel sei es, mehr Wissen über frauen- und männerspezifische Erkrankungen sowie die Be­achtung der geschlechtsspezifischen Besonderheiten in der Versorgungspraxis zu erlang­en und geschlechtsspezifische Versorgungskonzepte und Maßnahmen zur Prävention und Gesundheitsförderung zu entwickeln und zu erproben.

Des Weiteren habe das BMG zum Stand der Integration und Umsetzung der geschlechts­spezifischen Medizin in der medizinischen Ausbildung ein Gutachten in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse sollen bis Mitte 2020 vorliegen. © hil/sb/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #79783
Practicus
am Samstag, 1. Februar 2020, 23:33

Geschlecht! nicht Gender!

Ausnahmesweise keine Frage von Gender - für die "geschlechtsspezifische Medizin" geht es NUR um das biologische Geschlecht, nicht um Gender! Transmenschen behalten ihr chromosomales Geschlecht, und nur das ist für die Medizin relevant.
Wir werden also bei unseren Patient*innenfragebogen in Zukunft mehr Spalten brauchen: Für Sex f-m-i, für Gender f-m-d (hoffentlich genügt das dann!)
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