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Ausland

Die britische Zuckersteuer wirkt

Montag, 3. Februar 2020

/Kwangmoo, stock.adobe.com

Berlin – In der Debatte um eine nationale Diabetesstrategie hat die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) darauf hingewiesen, dass die britische Zuckersteuer tatsächlich den Zuckergehalt von Softdrinks verringert habe.

Zudem würde die Mehrheit der britischen Getränkehersteller die Steuer heute positiv bewerten. Die Präsidentin der DDG, Monika Kellerer, warb damit erneut für eine ähnliche Steuer in Deutschland.

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„Wenn sogar die Hersteller am Ende von einer Zuckerreduktion profitieren, gibt es keinen Grund mehr, dieses Ziel nicht auch für Deutschland verbindlich festzuschreiben“, sagte die Professorin für Diabetologie. Vor der Einführung der Zuckersteuer hätten sich die bri­tischen Unternehmen ebenso stark dagegen gewehrt, wie es aktuell die Deutschen täten.

In Großbritannien wird seit April 2018 eine Abgabe je nach Zuckergehalt des Getränkes fällig. Bei mehr als 5 Gramm Zucker in 100 Millilitern beträgt sie 18 Pence (21 Cent), ab 8 Gramm dann 28 Pence (33 Cent).

Oxford-Studie sieht Regulierung und Aufklärung verantwortlich

Laut einer neuen Studie der Oxford Universität ist der durchschnittliche Zuckergehalt der Softdrinks 2015 bis 2018 von 4,4 auf 2,9 Gramm pro 100 Milliliter gesunken. Das ent­sprä­che einer Zuckerreduktion von 30 Prozent pro Kopf und Tag.

Diese Entwicklung habe sich zwischen 2017 und 2018 durch die Ankündigung und das Inkrafttreten der Steuer beschleunigt, so die Studienautoren um Lauren K. Bandy in BMC Medicine (BMC Med 18, 20 (2020)).

In dem untersuchten Zeitraum hätten sich die Absatzzahlen stark gezuckerter Getränke halbiert, bei jedoch gleichzeitigem Anstieg der Verkäufe von Wasser und zuckerarmen Getränken um 40 Prozent, so die Autoren weiter.

Bei dem gleichzeitigen knapp fünfprozentigen Wachstum der Softdrink-Verkäufe sei die Lenkungswirkung der Zuckersteuer als belegt anzusehen.

Die Effekte schreiben Bandy und ihre Kollegen sowohl der Regulierung der Hersteller, als auch einem veränderten Kaufverhalten der Kunden zu. Die Zuckersteuer hätte media­le Aufmerksamkeit und betriebswirtschaftliche Anreize geschaffen, schrieben sie.

Auch Softdrink-Hersteller sehen Zuckersteuer positiv

Bei einer Umfrage während eines Kongresses der British Soft Drinks Association im ver­gangenen Jahr wurden auch Firmenvertreter nach ihrer Einschätzung der Effekte der Zu­ckersteuer befragt: 60 Prozent hielten sie für positiv, 10 Prozent für negativ. 30 Prozent gaben an, es hätte nur vernachlässigbare Effekte für ihre Firma gegeben.

Um zukünftigen Bedenken über zu viel Zucker in ihren Getränken zuvorzukommen, setz­ten 33 Prozent der Befragten auf mehr natürliche Süßstoffe, 26 Prozent wollten eher an dem Geschmack der Ersatzstoffe arbeiten und 15 Prozent sprachen sich für eine weiter gefasste Zuckersteuer aus.

Nachhaltigkeit und Plastikmüll war laut 66 Prozent der Funktionäre die aktuell größte Herausforderung ihrer Branche. 20 Prozent hielten dagegen Zucker, Übergewicht und Gesundheit für die wichtigsten Themen.

„Eine Reduktion von Zucker in Lebensmitteln zu erreichen, ist möglich“, sagte Kellerer. Zudem müsse speziell an Kinder gerichtete Werbung für ungesunde Lebensmittel verbo­ten werden. Derzeit drohe die Nationale Diabetes-Strategie an eben diesen Themen zu zerbrechen, meinte sie weiter. © jff/aerzteblatt.de

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