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Forscher untersuchen Zusammenbruch des Immunsystems bei Sepsis

Dienstag, 4. Februar 2020

/Kateryna_Kon, stock.adobe.com

Heidelberg – Die Pathomechanismen bei einer schweren Sepsis untersuchen Wissen­schaftler aus Deutschland, Belgien und Österreich gemeinsam im Rahmen eines neuen Verbundprojekts (SEPSDIA – Development of an epigenetics-based blood test to detect immunosuppression in patients with sepsis). Die Europäische Union fördert es in den kommenden drei Jahren mit 2,5 Millionen Euro.

Täglich sterben mehr als 140 Menschen in Deutschland an einer Sepsis. Zwei Drittel von ihnen erliegen dabei nicht den außer Kontrolle geratenen Entzündungsreaktionen im Körper, sondern den Folgen einer anschließenden Unterfunktion des Immunsystems. Die Wissenschaftler wollen herausfinden, welche Patienten gefährdet sind und wie sich der Zusammenbruch des Immunsystems möglichst früh diagnostizieren lässt.

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Eine Arbeitsgruppe der Universitätsklinik für Anästhesiologie Heidelberg unter der Lei­tung von Florian Uhle untersucht dazu die molekularen Mechanismen dieses bislang diagnostisch schwer greifbaren Zustandes. Ziel ist es, Marker im Blut der Patienten zu identifizieren, die für einen Frühtest herange­zogen werden können. Das Heidelberger Teilprojekt wird mit insgesamt 400.000 Euro gefördert.

An dem Projekt sind auch drei Industriepartner beteiligt. Ziel ist, zügig ein auf Intensiv­stationen anwendbares Testinstrumentarium bereitzustellen.

„Wir suchen die Unterschiede zwischen Untergruppen unserer Patienten – zum Beispiel zwischen Patienten, bei denen sich das Immunsystem regeneriert, und Patienten, bei de­nen es zusammenbricht“, sagte Markus Weigand, Ärztlicher Direktor der Universitätskli­nik für Anästhesiologie Heidelberg, den Forschungsansatz der Wissenschaftler. So könne man hoffentlich bald jene identifizieren, bei denen ein schwerer Verlauf mit wiederkehrenden Infektionen zu erwarten sei. © hil/aerzteblatt.de

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