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Betriebsräte beklagen steigende Belastung von Belegschaften

Dienstag, 4. Februar 2020

/terovesalainen, stock.adobe.com

Düsseldorf – Arbeitnehmervertreter beklagen eine wachsende Arbeitsbelastung und zu wenig Mitbestimmung in deutschen Büros und Fabriken. In einer Umfrage für die gewerk­schaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung gaben 81 Prozent der befragten Betriebsräte an, die Beschäf­tigten in ihrem Unternehmen müssten mehr leisten als zwei Jahre zuvor. Die Auswertung basiert auf Daten aus dem Jahr 2018. Zuerst hatten die Stuttgarter Zeitung und die Stuttgarter Nachrichten darüber berichtet.

Laut der Stiftung berichteten jeweils rund drei Viertel der fast 2.300 Befragten von höhe­r­en Leistungserwartungen, mehr Multitasking sowie „komplexeren und vielfältigeren Auf­gaben“ in der jeweiligen Firma. 77 Prozent sahen „einen Zusammenhang mit zunehmen­den gesundheitlichen Schwierigkeiten unter den Beschäftigten“. 68 Prozent gaben an, das Betriebsklima habe sich verschlechtert.

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65 Prozent der befragten Betriebsratsmitglieder nannten „eine unzureichende Personal­ausstattung“ ihres Unternehmens als wichtige Ursache. Jeweils etwa 60 Prozent führten außerdem Führungsmängel und schlechte Organisation an. Die gestiegene Arbeitsbe­las­tung sei in vielen Fällen „eine Folge ungünstiger betrieblicher Rahmenbedingungen“, zi­tierte die Stiftung aus der Studie ihres Wirt­­­­­­schafts­- und So­­zial­­wissen­schaftlichen Instituts (WSI).

Diese zeigt zwar, dass 83 Prozent der Arbeitnehmervertreter bei der Unternehmens­füh­rung mehr Personal anforderten. „Spürbare Personalaufstockungen“ gab es demnach aber nur in 38 Prozent der Betriebe.

Gerade bei der Personalbemessung räume das Betriebsverfassungsgesetz den Betriebs­rä­ten „bislang nur geringe Mitbestimmungsmöglichkeiten ein“, kritisierte die Böckler-Stif­tung. Auch der Gesetzgeber sei in der Pflicht, eine „nachhaltige und präventive Ar­beits­gestaltung und -regulierung“ zu erreichen.

Für mehr Mitbestimmung von Betriebsräten setzen sich auch die Grünen im Bundestag ein – vornehmlich im Zusammenhang mit der Digitalisierung in Unternehmen. „Beim Einsatz von Software und Künstlicher Intelligenz müssen die Personal- und Betriebsräte verbindlich beteiligt werden, denn optimal vernetzte Prozesse dürfen nicht zu optimal überwachten Beschäftigten führen“, sagte die Grünen-Arbeitsmarktexpertin Beate Müller-Gemmeke den Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland. © afp/aerzteblatt.de

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