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Medizin

2019-nCoV: ECDC schlägt Maßnahmen zur Infektionsprophylaxe vor

Montag, 3. Februar 2020

Das ECDC empfiehlt passgenaue FFP2- oder FFP3-Atemmasken, Augenschutz (Schutzbrille oder Gesichtsschutz), langärmelige wasserdichte Schutzkleidung und Handschuhe. /picture alliance, Pavel Golovkin, AP

Stockholm – Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krank­heiten (ECDC) hat Empfehlungen zum Umgang mit Verdachtsfällen oder bestätigten Infek­tionen mit dem neuartigen Coronavirus 2019-nCoV herausgegeben. Im Zentrum steht die rasche Isolierung des Patienten und eine angemessene persönliche Schutzaus­rüstung des Personals.

Das klinische Erscheinungsbild einer 2019-nCoV-Infektion reicht von einer asymptoma­tischen Person, die eventuell bei einer Kontaktuntersuchung identifiziert wurde, bis zu einem Patienten mit sehr schwerer Pneumonie, akutem Atemnotsyndrom, septischem Schock und Multiorganversagen.

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Wichtig sei die richtige Einschätzung beim Erstkontakt, heißt es im „Technical Report“ des ECDC: Ärzte sollten sich über die aktuelle epidemiologische Situation vor Ort und inter­natio­nal informieren, die bekannten Risikofaktoren und die Klinik der 2019-nCoV-Infektion kennen und wissen, was im Verdachtsfall die empfohlenen Maßnahmen zur Infektionsprophylaxe und zum Umgang mit dem Patienten seien.

Das ECDC geht davon aus, dass 2019-nCoV wie andere Coronaviren in den meisten Fällen von Person zu Person übertragen werden und zwar durch Tröpfcheninfektion. Auch die Berührung von kontaminierten Gegenständen („Fomite“) – etwa Bettzeug, Stethoskop oder chirurgische Instrumente – kämen als Überträger infrage.

Eine aerogene Übertragung (über die Luft über weite Strecken) ist laut ECDC für Corona­viren nicht nachgewiesen – aber auch nicht auszuschließen, sodass diese Möglichkeit vorsichtshalber ins Kalkül gezogen werden sollte. Das ECDC empfiehlt passgenaue FFP2- oder FFP3-Atemmasken, Augenschutz (Schutzbrille oder Gesichtsschutz), langärmelige wasserdichte Schutzkleidung und Handschuhe.

Besondere Vorsicht geboten ist bei Maßnahmen, bei denen vermehrt mit dem Auftreten von Aerosolen („aerosol generating procedures“, AGS) zu rechnen ist. Dazu gehören Trachealintubation, Bronchialabsaugung, Bronchoskopie und Sputuminduktion.

Diese Maßnahmen sollten in einem Raum mit negativem Luftdruck durchgeführt werden, rät das ECDC. Die Zahl der Personen im Raum sollte dann auf ein Minimum begrenzt werden. Alle Anwesenden sollten einen passgenauen FFP3-Atemschutz, Augenschutz, langärmelige undurchlässige Schutzkleidung und Handschuhe tragen.

Für die Patienten wird eine Isolierung in einem Einzelzimmer gefordert. Minimum sei ein Raum mit eigenem Bad, besser wäre ein Raum mit negativem Luftdruck, der für die Durch­führung von AGS-Maßnahmen erforderlich ist. Das Personal sollte laut ECDC im Umgang mit Risikopatienten geschult sein und bei sich in den 14 Tagen nach der letzten Exposition auf Fieber und respiratorische Symptome achten.

Die Dauer der Infektiosität von 2019-nCoV-Patienten ist laut ECDC nicht bekannt. Schwer erkrankte Patienten können das Virus jedoch über längere Zeit ausscheiden. Die Isolation sollte erst beendet werden, wenn die Patienten beschwerdefrei sind und mit den verfüg­baren Tests keine Viren mehr bei ihnen nachweisbar sind. © rme/aerzteblatt.de

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