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Ausland

WHO warnt vor medizinischer Katastrophe an Syrien-Türkei-Grenze

Dienstag, 4. Februar 2020

/dpa

Berlin – Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) sieht eine wachsende Gefahr für gras­sierende Infektionskrankheiten im Nordwesten Syriens. Die medizinische Versorgung breche immer mehr zusammen, berichtete die Organisation gestern. Vermehrt hätten Krankenhäuser schließen müssen.

„Die derzeitige Situation in Nordwestsyrien stellt ein erhebliches Risiko für den Ausbruch von Masern, Durchfallerkrankungen und anderen Infektionskrankheiten dar“, sagte Rick Brennan, regionaler Notfalldirektor der WHO. Die Lage sei gekennzeichnet durch fehlen­den Zugang zu medizinischer Versorgung, fehlende Medikamente, unzureichende Hygi­ene, Chaos und Massenvertreibung.

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Im Gebiet um die Stadt Idlib nahe der türkischen Grenze waren in den vergangenen Wo­chen erneut heftige Kämpfe entbrannt. Im ersten Monat des Jahres habe es bereits zwei separate Angriffe auf medizinische Zentren gegeben.

Schätzungsweise seien allein seit Dezember 2019 eine halbe Millionen Men­schen ver­trie­ben worden, so die WHO. Ganze Landstriche seien menschenleer. Des­halb und aus Angst vor direkten Bombardements hätten seit dem Jahres­wech­sel nach WHO-Angaben 53 medizinische Einrichtungen in Syrien geschlossen.

Um weiterhin medizinische Hilfe leisten zu können, unterstütze man die Verlegung von Krankenhäusern in die Grenznähe zur Türkei, hieß es. Zudem habe man die Zahl der mo­bi­len Klini­ken erhöht, die den Flüchtenden folgen könnten und seltener angegriffen wür­den.

„Wir haben einen Zweimonatsvorrat an essentiellen Medikamenten – aber angesichts des Ausmaßes der Krise befürchten wir, dass die Nachfrage weitaus größer sein wird als das Angebot“, sagte Brennan weiter.

Laut WHO-Schätzung benötigen 2,9 Millionen Menschen im nordwestlichen Syrien medi­zinische Versorgung. Diese „beispiellose Massenvertreibung“ erfordere schnelles Han­deln. Humanitäre Hilfe könne das nicht alles allein stemmen. Es benötige erneuten in­ternationalen Einsatz um die Krise zu bewältigen, betonte die WHO. © jff/aerzteblatt.de

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