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Ärzteschaft

Tarifgespräche für Ärzte an Unikliniken dauern an

Mittwoch, 5. Februar 2020

/picture alliance, Julian Stratenschulte

Hannover – Im Tarifstreit der Ärzte an Universitätskliniken dauern die Verhandlungen in der dritten Runde an. Die Gespräche seien intensiv, eine Prognose wäre verfrüht, sagte ein Sprecher der Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) in Hannover. Die Positionen hätten weit auseinander gelegen.

Das Ende sei offen, ergänzte ein Sprecher des niedersäch­sischen Finanzministeriums. Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) ist der Verhandlungsführer für die Tarifgemein­schaft deutscher Länder (TdL).

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Die dritte Verhandlungsrunde hatte gestern begonnen, begleitet von einer zentralen De­monstration von nach Polizeiangaben rund 3.000 Ärzten in Hannover. Die Ärztegewerk­schaft zählte sogar rund 4.000 Menschen.

Insgesamt waren 20.000 Ärzte von 23 Universitätskliniken zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Ziel war, den Druck auf die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) zu er­höhen.

Die Tarifverhandlungen laufen seit Anfang November. Der Marburger Bund fordert unter anderem neue Bedingungen für die Ver­längerung der täglichen Arbeitszeit durch Bereit­schafts­dienst. So sollen solche Dienste an maximal zwei Wochenenden im Monat ange­ord­net werden dürfen.

Zu der angestrebten Reform gehören auch eine generelle Begrenzung der Bereitschafts­dienste, eine verlässliche Dienstplangestaltung und eine manipulationsfreie Arbeitszeit­er­fassung ohne pauschale und nachträgliche Kappungen der geleisteten Arbeitszeit. Wei­terhin verlangt der MB sechs Prozent mehr Gehalt bezogen auf ein Jahr und eine Neure­ge­lung des Zusatzurlaubes für Nachtarbeit.

Für die Tarifgemeinschaft deutscher Länder ist Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) der Verhandlungsführer. Er sagte nach der zweiten Runde im Dezember, we­­gen der Vielzahl von Forderungen sei die Zeit zu kurz gewesen, um über alles verhan­deln und entscheiden zu können.

Der Tarifvertrag (TV-Ärzte) gilt für rund 20.000 Ärzte in bundesweit 23 Universitätsklini­ken. Mehrere Unikliniken gehören nicht oder nur sehr eingeschränkt zum Geltungsbe­reich des TV-Ärzte.

Berlin und Hessen haben eigene Tarifverträge für die Ärzte an den dortigen Unikliniken, die von den Landesverbänden des Marburger Bundes ausgehandelt werden. Die Universi­tätsklinika in Hamburg und Mannheim unterfallen den Regelungen des kommunalen TV-Ärzte/VKA. Für die Ärzte der Universitätsmedizin Mainz existiert ein vom Landesverband Nordrhein-Westfalen/Rheinland-Pfalz abgeschlossener Haustarifvertrag. © dpa/aerzteblatt.de

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