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Ärzteschaft

Tarifgespräche für Ärzte an Universitätskliniken vertagt

Donnerstag, 6. Februar 2020

Ärzte von Universitätskliniken aus ganz Deutschland waren nach Hannover gekommen, um den Tarifverhandlern des Marburger Bundes den Rücken zu stärken. /picture alliance, Julian Stratenschulte

Hannover – Die Tarifverhandlungen für Ärzte an Universitätskliniken sind auf den 6. März vertagt worden. Das teilten die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) und die Tarif­gemeinschaft deutscher Länder (TdL) gestern am späten Abend nach zweitätigen Ver­hand­lungen mit.

Die Gespräche seien weiterhin schwierig, die Positionen hätten sich aber angenähert, sagte ein Sprecher des niedersächsischen Finanzministeriums, ohne Einzelheiten zu nennen. Für die TdL ist Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) der Verhandlungsführer.

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Der Warnstreik der Ärzte an den Unikliniken habe Bewegung auf der Arbeitgeberseite erzeugt, sagte MB-Verhandlungsführer Christian Twardy. „Wir sind von einer Einigung allerdings noch ein gutes Stück entfernt.“

Der TdL müsse bewusst sein, dass bei der nächsten Verhandlungsrunde konkrete Fort­schritte erzielt werden müssten, die eine Einigung möglich machen. „Die Ärztinnen und Ärzte haben keinen Zweifel daran gelassen, dass sie Willens und in der Lage sind, die Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen notfalls durchzusetzen. Der Tarifkonflikt ist noch längst nicht ausgestanden“, sagte Twardy.

Die dritte Verhandlungsrunde hatte vorgestern begonnen, begleitet von einer zentralen Demonstration von nach Polizeiangaben rund 3.000 Ärzten in Hannover. Der MB sprach von rund 4.000 Teilnehmern. Insgesamt waren 20.000 Ärzte von 23 Universitätskliniken zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Ziel war, den Druck auf die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) zu erhöhen.

Die Tarifverhandlungen laufen seit Anfang November. Der Marburger Bund fordert unter anderem neue Bedingungen für die Ver­längerung der täglichen Arbeitszeit durch Bereit­schafts­dienst. So sollen solche Dienste an maximal zwei Wochenenden im Monat ange­ord­net werden dürfen.

Zu der angestrebten Reform gehören auch eine generelle Begrenzung der Bereitschafts­dienste, eine verlässliche Dienstplangestaltung und eine manipulationsfreie Arbeitszeit­er­fassung ohne pauschale und nachträgliche Kappungen der geleisteten Arbeitszeit. Wei­terhin verlangt der MB sechs Prozent mehr Gehalt bezogen auf ein Jahr und eine Neure­ge­lung des Zusatzurlaubes für Nachtarbeit.

Niedersachsens Finanzminister Hilbers hatte nach der zweiten Runde im Dezember gesagt, wegen der Vielzahl von Forderungen sei die Zeit zu kurz gewesen, um über alles verhandeln und entscheiden zu können. Laut Ministerium haben sich die Tarifparteien über ein ganzes Forderungsbündel zu unterhalten.

Nach einer Umfrage der Ärztegewerkschaft arbeiten Klinikärzte in Niedersachsen am Limit. Arbeitsbelastung, Zeitdruck und bürokratische Aufgaben machen den Medizinern demnach zu schaffen. Mehr als jeder dritte Mediziner (35 Prozent) leistet demnach jede Woche zwischen 9 und 29 Überstunden; mehr als 70 Prozent sehen ihre eigene Gesund­heit beeinträchtigt – etwa wegen Schlafstörungen. © dpa/may/aerzteblatt.de

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