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Medizin

Psychische Probleme bei Jugendlichen 5 Jahre nach bariatrischer OP trotz Gewichtsabnahme häufig

Donnerstag, 6. Februar 2020

/DimmoP, stock.adobe.com

Malmö/Stockholm/Göteborg – 5 Jahre nach einer Operation zur Gewichtsabnahme verbessert sich bei Jugendlichen ihre allgemeine psychische Gesundheit im Vergleich zu Gleichaltrigen, die eine konventionelle Adipositasbehandlung erhielten, oft nicht.

Das ergab eine Studie in Schweden mit 161 Teilnehmern im Alter von 13 bis 18 Jahren, die in der Zeitschrift The Lancet Child & Adolescent Health erschienen ist (doi https://doi.org/10.1016/S2352-4642(20)30024-9).

„Frühere Forschungen haben gezeigt, dass bariatrische Eingriffe bei Jugendlichen sicher und wirksam sind, und in den Richtlinien der American Society for Metabolic and Baria­tric Surgery aus dem Jahr 2018 heißt es, dass diese Art von Operationen als Standard für die Behandlung von Jugendlichen mit schwerer Adipositas angesehen werden sollte“, schreiben die Wissenschaftler um Kajsa Järvholm vom Skåne University Hospital in Mal­mö. Über die langfristigen psychischen Folgen der bariatrischen Chirurgie sei jedoch wenig bekannt.

In der Studie waren die Teilnehmer 13 bis 18 Jahre alt, bevor die Behandlung begann. Die Forscher rekrutierten 81 schwedische Jugendliche mit schwerer Adipositas, die sich zwischen 2006 und 2009 einer Magenbypassoperation unterzogen. Ihr durchschnittlicher Body-Mass-Index (BMI) vor der Behandlung betrug 45.

Als Kontrollgruppe rekrutierten die Autoren 80 Jugendliche mit einem durchschnittlichen BMI von 42, die ein konventionelles Lifestyle-Adipositas-Management erhielten, ein­schließ­lich kognitiver Verhaltenstherapie und Familientherapie.

Die Wissenschaftler bezogen Daten über die verabreichten Psychopharmaka und die fach­ärztliche Behandlung von psychischen und Verhaltensstörungen vor der Behandlung und 5 Jahre danach ein.

Darüber hinaus berichteten die Teilnehmer der chirurgischen Gruppe über ihre psychi­schen Gesundheitsprobleme wie Selbstwertgefühl, Stimmung, Esssucht und andere Ess­ver­haltensweisen anhand einer Reihe von Fragebögen vor der Operation und 1, 2 und 5 Jahre danach.

Vor der Behandlung war der Anteil der Jugendlichen, die Psychopharmaka verschrieben bekamen, in beiden Gruppen ähnlich und wesentlich höher als der Anteil in der Allge­mein­bevölkerung (20 % in der chirurgischen Gruppe und 15 % in der Kontrollgruppe, gegenüber 2 % in der Allgemeinbevölkerung).

5 Jahre nach der Operation stieg der Anteil der Jugendlichen, denen Psychopharmaka verschrieben wurden, in beiden Gruppen an, und in beiden Gruppen stieg auch der Anteil derer, die eine spezialisierte psychiatrische Versorgung erhielten.

Allerdings nahmen Jugendliche, die sich operieren liessen, in der Folgezeit signifikant mehr stationäre und ambulante Behandlungen für psychische Probleme in Anspruch als die Kontrollgruppe (36 % oder 29 von 81 Teilnehmern, verglichen mit 21 % oder 17 von 80).

Die Autoren erklären, dass dies nicht notwendigerweise bedeutet, dass eine Operation die psychischen Gesundheitsprobleme verschlimmert. Stattdessen könnte es sein, dass Jugendliche, die sich einer Operation unterziehen, genauer überwacht werden und dadurch einen besseren Zugang zur psychischen Gesundheitsversorgung erhalten.

„Unsere Ergebnisse liefern ein komplexes Bild, aber was sicher ist, ist, dass eine Opera­tion zur Gewichtsreduktion die allgemeine psychische Gesundheit nicht per se zu ver­bessern scheint. Wir schlagen vor, dass die Jugendlichen und ihre Betreuer realistische Erwartungen haben sollten, bevor sie sich auf einen chirurgischen Eingriff einlassen“, sagte Järvholm. Eine langfristige Nachsorge und Unterstützung der psychischen Gesund­heit sei erforderlich, betonte er. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #808588
Michael Schrader
am Freitag, 7. Februar 2020, 16:23

Psyche und Übergewicht

Da psychische Probleme wohl häufiger die Ursache als die Folge der Adipositas darstellen, kommt dieses Ergebnis nicht wirklich überraschend.
Avatar #808588
Michael Schrader
am Freitag, 7. Februar 2020, 16:22

Psyche und Übergewicht

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