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Politik

Zahl der Neugeborenen ohne eindeutige Geschlechtszuordnung gering

Donnerstag, 6. Februar 2020

/picture alliance, Jan Woitas

Berlin – Die Zahl der Neugeborenen, bei denen keine eindeutige Geschlechtszuweisung möglich ist, bewegt sich in Deutschland im niedrigen zweistelligen Bereich. 2018 waren unter den rund 878.500 Lebendgeborenen 15 Babys, bei denen weder „männlich“ noch „weiblich“ ins Geburtenregister eingetragen werden konnte.

Dies geht aus der Antwort des Statistischen Bundesamts (Destatis) auf eine Anfrage des sächsischen Bundestagsabgeordneten Alexander Krauss (CDU) hervor. 2017 registrierte das Bundesamt demnach 17 solcher Geburten, 2016 waren es zehn.

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Ende 2018 hatte der Bundestag die Möglichkeit geschaffen, als drittes Geschlecht „di­vers“ in das Geburtenregister eintragen zu lassen. Zuvor gab es nur die Möglichkeiten, „weiblich“, „männlich“, und „ohne Angaben“ zu wählen. Die Neuerung zielt auf inter­sexu­elle Menschen, deren Körper weibliche und männliche Merkmale aufweisen.

Nach Auffassung des CDU-Abgeordneten Krauss stellen die relativ geringen Fallzahlen die Neuregelung in Frage. „Es zeigt sich, dass um das vermeintliche dritte Geschlecht ein riesiger Popanz aufgebaut wurde“, erklärte er. Für ihn zeige sich: Ein drittes oder noch mehr Geschlechter gebe es „nicht im realen Le­ben“.

Mit dem Gesetzesbeschluss hatte der Bundestag 2018 ein Urteil des Bundesverfassungs­gerichts vom Herbst 2017 umgesetzt. Die Richter hatten damals entschieden, dass die bisherige Rechtslage gegen das allgemeine Persönlichkeitsrecht verstoße. © afp/aerzteblatt.de

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Zwitter
am Sonntag, 9. Februar 2020, 04:24

Sicht auf die Dinge

Die wenigsten Neugeborenen zwischengeschlechtlichen Menschen werden als divers eingetragen, weil viele Eltern Angst vor Diskriminierung haben und ihr Kind deswegen lieber männlich oder weiblich eintragen lassen. Sie ordnen ihr Kind falsch zu, weil es immer noch ein Tabuthema ist und die Gesellschaft und Medizin nur langsam begreift, dass es in der natur nicht rein männlich und rein weiblich gibt. Jeder Mensch produziert beide Hormone (wenn er nicht als Kind der hormonproduzierenden Organe beraubt wurde) in unterschiedlichster Konzentration. Leider trauen sich auch viele Erwachsene nicht den Eintrag zu wählen, weil sie Angst vor Stigmatisierung und Ausgrenzung haben, da es in unserer heutigen Welt schwer ist offen als zwischengeschlechtlicher Mensch zu leben. Überall wird einem bewusst gemacht, dass die Welt in zwei Schubladen denkt, wo wir nicht reinpassen. Es ist mühselig sich jeden Tag in eine Schublade pressen zu lassen die nicht passt. Manche finden auch die Begrifflichkeit divers nicht passend. Stellen Sie sich vor es gäbe nur ein Geschlecht auf der Welt. Und stellen Sie sich weiter vor Sie wären ein anderes Geschlecht als dieses eine und müssten sich jeden Tag als das eine existierende Geschlecht ausgeben obwohl sie das nicht sind. Ihr ganzes leben lang eine Lüge leben, sich verstecken, verstellen weil es eben nur dieses eine Geschlecht gibt, was Sie nicht sind. Alle anderen Menschen behaupten meist unbewusst, dass es gibt Sie nicht gibt, sie falsch sind, kaputt und repariert werden müssen weil Sie falsch geboren sind.
Avatar #813133
Anne-Mette
am Freitag, 7. Februar 2020, 10:10

Zu kurz gedacht

Nach Auffassung des CDU-Abgeordneten Krauss stellen die relativ geringen Fallzahlen die Neuregelung in Frage. „Es zeigt sich, dass um das vermeintliche dritte Geschlecht ein riesiger Popanz aufgebaut wurde“, erklärte er. Für ihn zeige sich: Ein drittes oder noch mehr Geschlechter gebe es „nicht im realen Le­ben“.

Die Statistik bezieht sich auf "Neugeborene":
"Die Zahl der Neugeborenen, bei denen keine eindeutige Geschlechtszuweisung möglich ist, bewegt sich in Deutschland im niedrigen zweistelligen Bereich."
Viele "Fälle" werden erst während der ersten Lebensjahre, in anderen Fällen allerdings erst wesentlich später (auch im Erwachsenenalter) festgestellt bzw. von den "Betroffnen" als solche geäußert.
Deshalb kann und sollte sich nicht auf die Zahl der "betroffenen" Neugeborenen bezogen werden, wo es nicht angebracht ist.
Avatar #79783
Practicus
am Freitag, 7. Februar 2020, 00:29

Es wird unübersichtlich....

demnächst brauchen wir viele Spalten mehr in den Patientenfragebögen:
biologisches Geschlecht: männlich/weiblich/intersexuell und "Gender: cis, trans, divers und queer...
Und bloß nicht durcheinanderbringen: Medikamente müssen ja nach dem biologischen Geschlecht verabreicht werden...
Und bei der Medikation müssen wir die Ethnie berücksichtigen, weil bestimmte Mittel nicht nur bei Männern und Frauen, sondern auch noch bei Kaukasiern, Asiaten, Afrikanern und Polynesiern anders wirken...
Avatar #103205
Patroklos
am Donnerstag, 6. Februar 2020, 15:52

Grenze überschritten.

Das Thema diverses Geschlecht hat aus subjektiv empfundenem Leid über eine komplizierte Geschlechtsidentität, die in geringer Fallzahl biologisch tatsächlich, deutlich häufiger wahrscheinlich als gedankliches Konstrukt oder gefühlsmäßiges Empfinden vorkommt, zu einer nicht mehr an der Vernunft orientierten Politik bzw. Gesetzgebung geführt. Mit der Folge, dass ein drittes Geschlecht postuliert wird und in Stellenausschreibungen auch als "m/w/d" benannt werden muss.
Hoffentlich will mir nicht irgendwann jemand weismachen, dass schwarz nicht schwarz sondern weiß ist.
LNS

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