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Gesundheitskompetenz von Menschen mit Behinderung soll verbessert werden

Montag, 10. Februar 2020

Läuferinnen bei den Special Olympics in Kiel 2018 /dpa

Berlin – Menschen mit geistiger oder Mehrfachbehinderung sollen zu Gesundheits- und Präventionsthemen geschult und zu Multiplikatoren ausgebildet werden, um das Gelernte an ihr eigenes Umfeld weitergeben zu können. Dafür hat ein Bündnis der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) dieses Jahr ein neues Modellprojekt gestartet. Ziel ist es, bei Menschen mit Behinderungen einen gesünderen Lebensstil zu fördern.

Zur Umsetzung der Kampagne mit dem Namen „Bewegung und Gesundheit im Alltag stärken (BeuGe)“ erhalten fünf Landesverbände von Special Olympics Deutschland (SOD) bis Ende 2021 insgesamt 350.000 Euro vom GKV-Bündnis für Gesundheit. In Bremen, Berlin/Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen sind zum Jahres­beginn Kurse gestartet.

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„An der Schulung gefällt mir, dass wir über Gesundheit miteinander sprechen. Mit dem Wissen über Gesundheit möchte ich anderen Menschen etwas über Gesundheit vorzeigen und sie motivieren gesund zu leben“, sagte Chris Le, einer der ersten 20 Kursteilnehmer. Insgesamt sollen 100 Multiplikatoren ausgebildet werden.

Koordiniert von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) wurden in der zweiten Hälfte des Jahres 2019 bereits Methoden und Materialien entwickelt, die in leich­­­ter Sprache für alle verständlich sein sollen.

Die Landesverbände von Special Olympics haben dabei ihre langjährigen Erfahrungen mit niedrigschwelligen und nicht leistungsorientierten Bewegungsangeboten einge­bracht. Die Hauptthemen sind Bewegung, Ernährung und Gesundheit.

„Mit der Projektidee werden Menschen mit Behinderung zu Experten in eigener Sache“, betonte Manfred Wegner, Vizepräsident für Gesundheit und Bildung bei SOD. „Ein nach­ahmenswerter Ansatz von Partizipation und Kommunikation auf Augenhöhe“, lobte er.

Aus dem Teilhabebericht der Bundesregierung von 2013 leite sich ein erhöhter Bedarf an Präventionsangeboten für Menschen mit Behinderungen ab, heißt es auf der Webseite des Bündnisses für Gesundheit. Diese Zielgruppe sei jedoch deutlich schwieriger zu er­reichen, weshalb den Multiplikatoren eine besondere Rolle zukommt.

Wissenschaftlich wird das Projekt von der Hochschule Fulda evaluiert. Dabei werden bun­desweit übertragbare Konzepte und solche, die von lokalen Angeboten abhängig sind, un­terschieden. Im Anschluss sollen sich Ansätze herauskristallisieren, die in den hetero­genen Situationen der Bundesländer auch weiter funktionieren. © jff/aerzteblatt.de

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