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Verdi kündigt Urabstimmung über Streik am Uniklinikum Schleswig-Holstein an

Donnerstag, 6. Februar 2020

/dpa

Kiel/Lübeck – Am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein droht ein unbefristeter Streik. Die Gewerkschaft Verdi erklärte die Verhandlungen über einen Tarifvertrag zur Entlastung der Pflegekräfte durch mehr Personal heute für gescheitert.

„In der sechsten Verhand­lungsrunde zu erklären, man führe keine Tarifverhandlungen, ist schon ein starkes Stück“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Steffen Kühhirt. Die Tarif­kommiss­ion habe beschlossen, die Verdi-Mitglieder in einer Urabstimmung zu fragen, ob nun unbefristete Streiks nötig seien. Ob bis dahin weitere Warnstreiks folgen, werde in den nächsten Tagen entschieden.

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Der Vorstand des Klinikums gab sich bestürzt. „Am UKSH ist man fassungslos“, sagte UKSH-Spre­cher Oliver Grieve. Er nahm Kühhirt direkt ins Visier: „Wer nach 20 Minuten den Raum verlässt, weil er die formale Frage, ob es sich um ein Sondierungs- oder ein Tarifgespräch handelt, nicht wunschgemäß beantwort bekommt, ist als Verhandlungs­führer ungeeignet.“ Man bitte den Verdi-Bundesverband, „die lokale Dialogbereitschaft wieder herzustellen“. Kühhirt habe nicht zum ersten Mal Gespräche torpediert.

Aus Sicht der Gewerkschaft habe sich bestätigt, was sich in den vergangenen Tagen und Wochen abgezeichnet habe, erklärte Verdi. „Der Vorstand des UKSH hat keinen ernsthaf­ten Willen gezeigt, mit uns über einen Tarifvertrag zu verhandeln, sondern auf Zeit, Ver­nebelung und Eskalation gesetzt.“

Was jetzt folge, habe der Vorstand allein zu verantworten, sagte Kühhirt. „Die Eskalation geht nun in eine Dimension, die wir nicht gewollt haben, die aber nun die logische Folge ist.“ Verdi habe das Treffen heute nach kurzer Zeit ohne Begründung verlassen, sagte UKSH-Sprecher Grieve.

Die Gewerkschaft hatte am Montag und Dienstag in dieser Woche mit einem zweitägigen Warnstreik ihre Forderungen untermauert. Verdi verlangt deutlich mehr Pflegepersonal, weil dieses völlig überlastet sei.

Das Klinikum bot bisher an, 182 Mitarbeiter mehr einzustellen. Aus Verdi-Sicht werden aber 420 Mitarbeiter mehr benötigt, um eine angemessene Pflege zu gewährleisten. Laut UKSH sind im Klinikum insgesamt rund 3.300 Pflegekräfte beschäftigt.

„Wir haben uns mit der Sondierungsrunde bereits vor dem Streik abgestimmt, dass am 6. und 10. Februar offene Fragen zu den Personalzahlen und Besetzungen der Schichten diskutiert und im besten Fall gelöst werden sollen“, hatte UKSH-Sprecher Grieve im Blick auf das Treffen vorgestern gesagt.

Verdi habe seine Forderungen bisher aber nur grob aufgestellt gehabt. „Wir wünschen uns, dass Klarheit über die Positionen besteht, damit eine positive Entwicklung zur Lö­sung der Sachlage fortgesetzt, vielmehr aber noch, dass eine Verbesserung der Personal­situation auf den Stationen wirklich erreicht werden kann.“ © dpa/aerzteblatt.de

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