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Ausland

Sondertreffen der EU-Gesundheits­minister zu 2019-nCoV

Montag, 10. Februar 2020

/dpa

Brüssel – Die EU-Ge­sund­heits­mi­nis­ter wollen am Donnerstag in Brüssel zu einem Son­der­treffen zum neuartigen Coronavirus zusammenkommen. Wie der EU-Rat heute mitteil­te, wollen die Minister nach einer Bewertung der Lage auch Schlussfolgerungen verab­schie­den. An dem Treffen wird laut einem Ratssprecher auch ein Vertreter der Weltge­sund­heitsorganisation (WHO) teilnehmen.

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hatte vergangene Woche eine EU-weite Debatte über schärfere Einreisekontrollen gefordert. Spahn hatte am vergangenen Diens­tag bei einem Treffen mit seiner französischen Kollegin Agnès Buzyn auf die Verschärfung der Bestimmungen durch die USA verwiesen. Buzyn hat zu der Frage eine „abgestimmte Haltung im Schengen-Raum“ gefordert, in dem Reisen ohne Personenkontrollen möglich sind.

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Die Regierung in Washington hat wegen der Ausbreitung des Coronavirus ein Einreise­ver­bot für China-Reisende erlassen. Ausgenommen sind aus China einreisende US-Bürger. Ausnahmen werden überdies bei engen Familienmitgliedern von US-Bürgern und Men­schen mit ständiger Aufenthaltsgenehmigung gemacht. US-Bürger, die sich in der chine­si­schen Provinz Hubei aufhielten, sollen zudem zwei Wochen lang unter Quarantäne ge­stellt werden.

Durch den neuartigen Coronavirus wurden bisher mindestens 40.000 Menschen infiziert. Er war zuerst Ende vergangenen Jahres in der zentralchinesischen Stadt Wuhan aufgetre­ten. Mehr als 900 Menschen starben bisher und damit mehr als bei der Sars-Epidemie in den Jahren 2002 und 2003.

Zuletzt gingen die Infektionszahlen aber nicht mehr sprunghaft nach oben. Die WHO sieht Anzeichen dafür, dass sich die Lage stabilisiert. WHO-Generaldirektor Tedros Adha­nom Ghebreyesus warnte aber heute bei einem Besuch in China, dass bisherige Infektio­nen von Menschen außerhalb Chinas, die nie in das Land gereist sind, nur „die Spitze des Eisbergs“ sein könnten.

Unterdessen gibt es Berichte, dass die Inkubationszeit bei 2019-nCoV in seltenen Fällen bis zu 24 Tage betragen könnte. Das sind zehn Tage mehr als bisher angenommen. Im Schnitt betrage der Zeitraum zwischen Ansteckung und ersten Symptomen wohl drei Ta­ge und damit weniger als die bisher angenommenen gut fünf Tage, ergab eine Auswer­tung des Leiter des nationalen Expertengremiums zur Eindämmung der Lungenkrankheit, Zhong Nanshan, wie China Daily schreibt.

Nanshan hatte mit seinem Team 1.099 Fälle aus 552 Krankenhäusern in China unter­sucht. Es handelt sich allerdings um vorläufige Ergebnisse, die weiterer Bestätigung be­dürfen. Ohne genaue Kenntnis der Methode lasse sich zunächst nicht sagen, wie gesi­chert die neuen Erkenntnisse seien, sagte der Coronavirus-Experte Christian Drosten von der Berliner Charité zu der Analyse in China.

„Eine häufige Fehlerquelle bei scheinbar sehr langen Inkubationszeiten ist eine unbe­merk­te zwischenzeitliche Exposition.“ Nur unter sehr kontrollierten Bedingungen lasse sich ausschließen, dass Betroffene dem Erreger mehrfach hintereinander ausgesetzt wa­ren.

Einen Grund zur Änderung von Richtlinien oder Einschätzungen sehe er daher zu­nächst nicht. Auch Guan Weijie, Mitglied des chinesischen Expertengremiums, sagte, es gebe derzeit keinen Grund, die übliche Quarantänezeit von 14 Tagen zu verlängern. © afp/aerzteblatt.de

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