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Politik

Kinder von Suchtkranken benötigen mehr Unterstützung

Montag, 10. Februar 2020

/thebigland45, stock.adobe.com

Berlin – Wohlfahrtsverbände und Beratungsstellen haben zu einer stärkeren Unterstüt­zung für Kinder von Suchtkranken aufgerufen. „Es ist wichtig, dass wir gerade die Kinder, die in Familien mit suchtkranken Eltern leben, nicht allein lassen. Sie brauchen dringend eine verlässliche Hilfe und unsere Unterstützung“, erklärte die Vorstandsvorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Berlin, Barbara John, heute zum Auftakt der bundes­wei­ten Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien.

Diese Kinder trügen „nicht nur eine große Bürde, sondern selber ein hohes Risiko, sucht­krank zu werden“. Rund drei Millionen Kinder in Deutschland leben demnach mit Eltern zusammen, die alkohol- oder drogenkrank sind. „Es ist ganz wichtig, dass die betroffenen Kinder erleben, dass es nicht ihre Schuld ist, wenn die Eltern suchtkrank sind“, erklärte die Geschäftsführerin der psychosozialen Beratungsstelle Vista, Nina Pritszens.

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Die Finanzierung von Hilfeangeboten für Kinder suchtkranker Eltern müsse deshalb auf eine solide gesetzliche Grundlage gestellt und finanziell abgesichert werden, hieß es weiter. Die 2020 anstehende Novellierung des Sozialgesetzbuches zur Kinder- und Jugendhilfe sei „hierfür die entscheidende Weichenstellung“. An solchen Angeboten mangele es in Deutschland. Bundesweit gebe es nur etwa 200 spezialisierte Angebote für drei Millionen betroffene Kinder.

„Die Sucht im Elternhaus ist für viele Kinder eine existenzielle Belastung: Dauerstress, Verunsicherung und Scham bestimmen ihren Alltag“, sagte heute auch die Drogen­beauf­tragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig (CSU).

Mit den Empfehlungen der von der Bundesregierung eingesetzten Arbeitsgruppe ‚Hilfen für Kinder psychisch kranker und suchtkranker Eltern‘ liege eine Blaupause vor, was Poli­tik und Gesellschaft tun könnten, um die Situation der Betroffenen zu verbessern. „Jetzt müssen diese Empfehlungen möglichst schnell in der Praxis umgesetzt werden, damit die Hilfe dort ankommt, wo sie dringend gebraucht wird“, sagte Ludwig.

Auch sie betonte, als ersten wichtigen Schritt sollten die Gruppenangebote für Kinder aus Suchtfamilien, die es bei der Sucht- oder Jugendhilfe bereits gebe, dauerhaft finanziert wer­den. „Passgenaue Gruppenangebote sollten außerdem ein fester Bestandteil der Prä­ventionsmaßnahmen der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rungen werden“, forderte Ludwig.

Die Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien findet unter dem Motto „Den vergessenen Kindern eine Stimme geben“ bis zum 15. Februar mit 120 Veranstaltungen in rund 60 Städten statt. © kna/hil/aerzteblatt.de

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