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Politik

Nordrhein-Westfalen baut Telenotarztsystem aus

Dienstag, 11. Februar 2020

Karl-Josef Laumann (CDU), Ge­sund­heits­mi­nis­ter von Nordrhein-Westfalen, in der Leitstelle der Feuerwehr Düsseldorf, nachdem er eine Absichtserklärung über die Telenotärzte unterschrieben hat. /picture alliance, Rolf Vennenbernd

Düsseldorf – Nordrhein-Westfalen (NRW) will das Telenotarztsystem flächendeckend aus­bauen. Das kündigten NRW-Ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl-Josef Laumann (CDU), Vertreter der Kran­kenkassen, kommunale Spitzenverbände und Ärztekammern heute an.

Bis Ende 2022 soll in jedem Regierungsbezirk mindestens ein Telenotarztstandort die Arbeit aufnehmen, sagte Laumann (CDU). Zu Beginn sollen in Düsseldorf und der Region Ostwestfalen-Lippe neue Zentren aufgebaut werden. Weitere Orte seien in Planung und würden über eine Bedarfsermittlung festgelegt werden.

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Telenotärzte können mit Bild und Ton in Rettungswagen zuge­schaltet werden. Dabei können zum Beispiel Patientendaten wie Blutdruck, Puls oder Atmung übertragen wer­den. Die Notärzte sollen dadurch in der Lage sein, eine erste medizinische Einschätzung abzugeben. Die Stadt Aachen nutzt das von der RWTH Aachen maßgeblich mitentwickel­te System bereits seit 2014.

In Rettungswagen sitzen in NRW in der Regel Rettungsassistenten und Notfallsanitäter. Notärzte werden von der Leitstelle nur zu einem Einsatz bestellt, wenn Leben bedroht ist. Das Telenotarztsystem soll das bestehende Notarztwesen nicht ersetzen, sondern eine Ergänzung darstellen.

Die Ausbildung der Ärzte mit den neuen Systemen wollen die Ärztekammern überneh­men. Die Planung der Zentren liege in Verantwortung der Kommunen, die Trägergemein­schaften bilden und bei der Einrichtung der Zentren kooperieren sollten, hieß es. Die Kos­ten für die neuen Systeme sollen laut Ministerium die Krankenkassen übernehmen. Trä­ger des Rettungsdienstes sind die Kreise und kreisfreien Städte.

In Nordrhein-Westfalen fehlen Ärzte besonders auf dem Land. „Der Telenotarzt kann hier Versorgungslücken schließen“, sagte Hans-Albert Gehle, Präsident der Ärztekammer West­falen-Lippe. Mit dem Telenotarzt sei ärztliche Kompetenz im Rettungsfall schneller als bisher verfügbar. Laut einer Analyse der Universität Maastricht braucht es in NRW 12 bis 16 Telenotarzt­systeme. Jedes Zentrum könne so Regionen mit 1,0 bis 1,5 Millionen Menschen abdecken.

„Gerade in Situationen, in denen die physische Anwesenheit eines Notarztes in der tägli­chen Notfallversorgung nicht gelingt oder möglich ist, bildet der Telenotarzt eine sinn­volle und zeitgemäße Ergänzung“, erklärte Rolf Buchwitz, stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der AOK Rheinland/Hamburg.

Martin Klein, Hauptgeschäftsführer des Landkreistags NRW, sagte, Telenotarztsysteme dürften kein Sparprogramm werden. „Vielmehr erwarten wir, dass die Qualität der ambulanten Notfallversorgung hierdurch insgesamt gesteigert wird.“ © dpa/may/aerzteblatt.de

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