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Verdi startet Urabstimmung für Streik am Uniklinikum Schleswig-Holstein

Dienstag, 11. Februar 2020

/dpa

Kiel – Die Gewerkschaft Verdi startet übermorgen eine zweiwöchige Urabstimmung über einen Streik am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH). Alle Verdi-Mitglieder an allen UKSH-Standorten seien aufgerufen, sich an der Urabstimmung zu beteiligen, sagte ein Verdi-Sprecher heute in Kiel.

Sollten 75 Prozent der abgegeben Stimmen für einen Arbeitskampf sein, könne ein Streik ausgerufen werden. „Wir werden in aller Gelassenheit das Ergebnis der Urabstimmung ab­warten, analysieren und dann über das weitere Vorgehen entscheiden.“

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Hintergrund der Urabstimmung sind die festgefahrenen Tarifverhandlungen. Ein UKSH-Sprecher sagte heute, „für uns stehen die Türen offen, wir sind jederzeit ge­sprächsbereit und es gibt keine Denkbarrieren“.

Gestern hatten Verdi und die nichtwissen­schaftlichen Personalräte eine Einladung des UKSH abgesagt, gemeinsam mit dem UKSH-Vorstand und den Vertretern der Landesre­gie­rung im Aufsichtsrat über Entlastungs­maßnahmen in der Pflege zu sprechen.

Einen eigenen Tarifvertrag, wie Verdi es gefordert habe, könne das Klinikum nicht ab­schließen, hatte ein UKSH-Sprecher betont. „Schleswig-Holstein bekennt sich zum Flä­chentarifvertrag. Wir wollen weiter mit den Personalvertretungen an einer konstruktiven Lösung arbeiten.“

Verdi hatte die Verhandlungen über einen Tarifvertrag zur Entlastung der Pflegekräfte durch mehr Personal am vergangenen Donnerstag für gescheitert erklärt. Das Gesprächs­an­­gebot für gestern wertete ein Verdi-Sprecher als Versuch, die Gewerkschaft und die Per­sonalräte zu spalten. Die Vorsitzende des Gesamtpersonalrates des UKSH, Karen Schröder, betonte heute, man wolle sich nicht in Tarifverhandlungen einmischen.

Die Gewerkschaft hatte vergangene Woche ihre Forderungen mit Warnstreiks unter­mau­ert. Verdi verlangt deutlich mehr Pflegepersonal. Die Beschäftigten seien völlig überlas­tet.

Das Klinikum bot bisher an, 182 Mitarbeiter mehr einzustellen. Aus Verdi-Sicht werden aber 420 Mitarbeiter mehr benötigt, um eine angemessene Pflege zu gewährleisten. Laut UKSH sind im Klinikum rund 3.300 Pflegekräfte beschäftigt. © dpa/aerzteblatt.de

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