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Ausland

Unicef besorgt über Lebensbedingungen von Kindern in Madagaskar

Dienstag, 11. Februar 2020

/picture alliance, AA

Genf – Armut und Klimawandel rauben laut UN-Angaben vielen Mädchen und Jungen in Madagaskar ihre Lebensperspektiven. Durch sintflutartige Regenfälle vor zwei Wochen habe sich die Lage noch zusätzlich verschärft, teilte Unicef heute in Genf mit. Das UN-Kinderhilfswerk beklagte zugleich einen Mangel an internationaler Aufmerksamkeit für die Belange der Einwohner des ostafrikanischen Inselstaates.

Die Regenfälle zogen Unicef zufolge 120.000 Menschen in Mitleidenschaft; rund 16.000 mussten ihre Häuser und Unterkünfte verlassen. Viele Straßen sind derzeit nicht befahr­bar, 174 Schulen seien zerstört.

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Schon vor der jüngsten Katastrophe fehlten dem Kinderhilfswerk zufolge in Madagaskar 2.500 Klassenräume für eine stetig wachsende Bevölkerung. Es stehe zu befürchten, dass Starkregen, Dürren und die Ausbreitung von Folgekrankheiten im Zuge des Klimawandels zunehmen.

Große Mängel gebe es auch beim Zugang zu sanitärer Grundversorgung, hieß es weiter. Immer noch hätten 40 Prozent der Menschen keinen Zugang zu Toiletten. In der Folge sei­en 93 Prozent des Trinkwassers in ländlichen Gebieten durch Koli-Bakterien verunrei­nigt.

Rund 42 Prozent aller Mädchen und Jungen unter fünf Jahren sind den Statistiken zufolge verkümmert oder chronisch unterernährt. Nur etwa jedes dritte Kind verfügt laut Unicef über vollen Impfschutz; oft müssten Mädchen und Jungen schwere und gefährliche Arbei­ten übernehmen, beispielsweise in Glimmer-Minen.

Verbesserungen seien nur durch langfristige Hilfen zu erreichen, so Unicef-Vertreter Jean Benoit Manhes. Er mahnte die Staatengemeinschaft zu mehr Engagement: „Vergesst die Kinder von Madagaskar nicht.“ © kna/aerzteblatt.de

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