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Ärztlicher Bereitschaftsdienst in Rheinland-Pfalz wird in drei Stufen reformiert

Mittwoch, 12. Februar 2020

/fotomek, stock.adobe.com

Mainz – Einen Fahrplan zur Reform des ärztlichen Bereitschaftsdienstes in Rheinland-Pfalz hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) des Bundeslandes vorgelegt. Die Um­stellung soll in drei Schritten geschehen. Das rheinland-pfälzische Gesundheitsministe­rium kritisierte, die Reform sei nicht mit der Landesregierung abgestimmt.

Der erste Schritt ist bereits in der Umsetzung: Der Patientenservice 116117 vermittelt Anrufer in geeignete Versorgungsstrukturen und organisiert Termine in Arzt- und Psycho­therapeutenpraxen. Der Patientenservice 116117 ist täglich 24 Stunden erreichbar und umfasst eine strukturierte medizinische Ersteinschätzung.

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Danach vermittelt der Patientenservice die Anrufer in eine geeignete medizinische Ver­sorgungsebene. „Durch diese Steuerung werden eine schnellere Versorgung der Patienten und eine Entlastung sowohl des ärztlichen Bereitschaftsdienstes als auch der Notaufnah­men der Krankenhäuser erwartet“, hieß es aus der KV.

In einem zweiten Schritt wird die KV die Bereitschaftsdienstregionen ab Juli 2020 vergrö­ßern – dies soll Kosten sparen. Dazu werden vier Bereitschaftsdienstregionen an benach­barte Regionen angegliedert: Ingelheim, Kirn, Rockenhausen und Wissen. Die KV bietet den Mitarbeitern in den entsprechenden vier Bereitschaftsdienstpraxen an, ihre Tätigkeit in den benachbarten Bereitschaftsdienstpraxen fortzuführen.

„Die aktuellen Ankündigungen der KV haben vor Ort zu Verunsicherungen und Verwer­fun­gen geführt“, hieß es dazu aus dem Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes. Die Landesregierung nehme dies sehr ernst, müsse aber respek­tieren, dass der Sicherstellungsauftrag für die ambulante vertragsärztliche Versorgung bei der KV liege und dass dieser Sicherstellungsauftrag den Bereitschaftsdienst einschlie­ße.

Für die dritte Reformstufe plant die KV, die Versorgung in den Bereitschaftsdienstpraxen von den Hausbesuchen im Bereitschaftsdienst zu trennen. Im Augenblick machen die Ärzte in den Bereitschaftsdienstpraxen die Hausbesuche selbst. Dies kann bei höherem Patientenaufkommen zu längeren Wartezeiten in den Bereitschaftsdienstpraxen sowie für Hausbesuche führen.

„Für den Hausbesuchsdienst sollen zukünftig eigene Ärzte eingeteilt werden, welche die Hausbesuche in einer weit größeren Region effizienter abdecken können“, hieß es aus der KV. Der Patientenservice 116117 könne dies steuern. Der neue Hausbesuchsdienst soll noch in diesem Jahr in einer Testregion starten. © hil/aerzteblatt.de

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