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Medizin

Sars-CoV-2: Keine Übertragung auf Kind im Mutterleib

Donnerstag, 13. Februar 2020

/picture alliance, Photoshot

Wuhan – Kinder im Mutterleib sind offenbar vor einer Infektion mit dem Sars-Corona-Virus 2 (Sars-CoV-2; bisher 2019-nCoV) geschützt. Eine kleine Beobachtungsstudie aus China spricht gegen eine vertikale Transmission des 2019 erstmals aufgetretenen Corona-Virus, wie die verantwortlichen Autoren online im Lancet berichten (doi: 10.1016/S0140-6736(20)30360-3).

Auch negative Auswirkungen auf das Neugeborene sind den Studienergebnissen zufolge nicht zu befürchten. Die insgesamt 9 untersuchten Frauen aus der chinesischen Stadt Wuhan waren im 3. Schwangerschaftstrimenon an einer durch Covid-19 (2019 novel coronavirus disease) ausgelösten Pneumonie erkrankt.

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Die Autoren um den Gynäkologen Huijun Chen vom Zhongnan Hospital der Universität Wuhan berichten darüber hinaus, dass sich die Covid-19-Symptome bei den schwang­eren Frauen nicht von denen nicht-schwangerer Erwachsener unterschieden hätten. Keine der Frauen in der Studie entwickelte eine schwere Pneumonie oder verstarb.

Chen und seine Kollegen warnen allerdings, dass ihre Ergebnisse nur auf einer kleinen Fallzahl beruhten. Die Frauen seien zudem nur über kurze Zeit beobachtet worden, hätten sich alle schon in einem fortgeschrittenen Schwangerschaftsstadium befunden und die Kinder per Kaiserschnitt zur Welt gebracht.

Welchen Effekt es hat, wenn die Mutter im 1. oder 2. Trimenon mit Sars-CoV-2 infiziert wird, ist deshalb weiterhin unbekannt. Und auch, ob der Virus bei einer Vaginalgeburt von der Mutter auf das Kind übertragen werden kann, bleibt offen.

Die Befürchtung, dass Sars-CoV-2 von der Mutter auf das ungeborene Kind übertragen werden könnte, entstammt Berichten über ein Neugeborenes, welches innerhalb von 36 Stunden nach der Geburt positiv auf Covid-19 getestet worden war. Seine Mutter war in der Schwangerschaft mit Sars-CoV-2 infiziert gewesen.

Seniorautor Yuanzhen Zhang, ebenfalls vom Zhongnan Hospital in Wuhan, rät trotz der ermutigenden Ergebnisse: „Trotzdem sollten wir weiterhin Neugeborene, deren Mütter eine Covid-19-Pneumonie aufweisen, besonders im Auge behalten, um Infektionen in dieser Gruppe zu verhindern“, wird er in einer Pressemitteilung zitiert.

Erhöhte Wachsamkeit bleibt angeraten

Und auch was Covid-19-Erkrankungen bei Schwangeren angeht, raten die Autoren zu erhöhter Wachsamkeit: „Die bisherigen Untersuchungen zu den Effekten von Covid-19 gelten für die Allgemeinbevölkerung, über die Auswirkungen bei schwangeren Frauen ist bislang wenig bekannt“, so Huixia Yang vom Peking University First Hospital.

Schwangere Frauen können besonders anfällig für respiratorische Pathogene und schwere Pneumonien sein, da sie immunkompromittiert sind und schwangerschafts­bedingt physiologische Veränderungen durchmachen, die ein erhöhtes Risiko für negative Krankheitsverläufe mit sich bringen.

„Auch wenn in unserer Studie keine der Patientinnen eine schwere Pneumonie entwick­elte oder an der Infektion verstarb, müssen wir den Virus bei einer größeren Zahl von Patientinnen weiter erforschen, um seine Auswirkungen in der Schwangerschaft beurteilen zu können“, sagt Yang. © nec/aerzteblatt.de

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