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Krankenhäuser sollten Situation für Patienten bei Hitzeperioden verbessern

Donnerstag, 13. Februar 2020

/todja, stock.adobe.com

Berlin – Angesichts der immer häufiger werdenden Hitzeperioden und deren Auswirkun­gen speziell auf vulnerable Bevölkerungsgruppen wie ältere und vorerkrankte Menschen muss die Klimatisierung der Patientenzimmer in deutschen Krankenhäusern vorangetrie­ben werden. Dies forderten Experten bei einer Pressekonferenz der Deutschen Gesell­schaft für Innere Medizin (DGIM) in Berlin.

„Dies gilt darüber hinaus natürlich auch für Alten- und Pflegeheime – und letztlich auch Wohnungen“, sagte Jürgen Floege, Vorsitzender der DGIM und Direktor der Klinik für Nie­ren- und Hochdruckkrankheiten, rheumatologische und immunologische Erkrankungen an der Uniklinik der RWTH Aachen.

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Um den Folgen des Klimawandels für die Gesundheit effektiv begegnen zu können, sei es außerdem notwendig, klimarelevante Themen ins Medizinstudium aufzunehmen und für die bereits praktizierenden Ärzte systematische Fortbildungen anzubieten.

So stellt zum Beispiel das medikamentöse Management von Blutdruckpatienten in hei­ßen Sommern eine Herausforderung dar. Patienten mit sehr niedrigem Blutdruck sind gefährdeter für Ohnmachtsanfälle, insbesondere, wenn sie bei Hitze schnell aufstehen. Bei Patienten mit zu hohem Blutdruck kann es erforderlich sein, die Medikation anzu­passen.

„Patienten mit medikamentös behandeltem Bluthochdruck sollten bei heißem Wetter täglich ihren Blutdruck messen", sagte Floege. Auch regelmäßige Gewichtskontrollen seien entscheidend: Ein plötzlicher Gewichtsverlust kann – insbesondere bei Einnahme von Diuretika – darauf hindeuten, dass zu wenig getrunken wurde und das Risiko einer Exsikkose besteht.

Diese Messungen ergeben allerdings nur Sinn, wenn daraus auch Konsequenzen gezogen werden, etwa bei Bedarf die Dosierung der Diuretika verändert wird. Hier sieht Floege eine große Chance in der Telemedizin. Über telemedizinische Systeme ließen sich die täg­lichen Blutdruck- und Gewichtsmessungen der Patienten überwachen, um dann gege­benenfalls eine Anpassung der Medikation zu empfehlen.

Ärzte sollen Patienten aktiv ansprechen

Darüber hinaus nahm Floege auch die niedergelassenen Ärzte in die Pflicht: Es sei davon auszugehen, dass auch im Sommer 2020 wieder hohe Temperaturen erreicht würden. Das heißt: „Der Arzt sollte den vulnerablen Patienten schon im Frühjahr auf die Problematik ansprechen, nicht erst im Sommer, wenn es bereits mehrere Wochen heiß war.“

Auch Georg Ertl, Generalsekretär der DGIM und Kardiologe aus Würzburg betonte, wie wichtig Informationen für Patienten zum richtigen Umgang mit heißen Temperaturen seien. „Wir müssen in kritischen Zeiträumen aktiv bei den Patienten nachfragen, wie es um Blut­druck und Gewicht bestellt ist.“

Natürlich könne ein Arzt nicht alle seine Patien­ten abtele­fonieren, räumte er ein. Aber möglicherweise könnten dies auch speziell geschulte Krankenpflegekräfte oder Arzthel­fe­rinnen leisten – unter der Voraussetzung, dass das Gesundheitssystem dafür Mittel zur Verfügung stelle. © nec/aerzteblatt.de

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