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Politik

Erwerbsminderungs­rentner: Einer von hundert schafft Wiedereinstieg in den Job

Freitag, 14. Februar 2020

/agenturfotografin, stock.adobe.com

Bremen – Nur wenige Empfänger einer zeitlich befristeten Erwerbsminderungsrente schaffen den Wiedereinstieg in die Arbeitswelt. Das berichten Wissenschaftler der Jacobs University Bremen zusammen mit der Deutschen Rentenversicherung Oldenburg-Bremen. Ihre Analyse ist im International Journal of Environmental Research and Public Health erschienen (doi: 10.3390/ijerph17010238).

Demnach bezogen 2018 bundesweit 1,8 Millionen Menschen eine Erwerbsminderungs­rente, die meisten aufgrund von psychischen Problemen. Die monatliche Rente betrug durchschnittlich 795 Euro.

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In einer Studie untersuchten die Wissenschaftler 17 Monate lang die Erwartungen und Erfahrungen von Betroffenen. 453 Personen nahmen im Gebiet der Deutschen Renten­versicherung Oldenburg-Bremen an der Studie teil, ihr Durchschnittsalter betrug 50 Jahre.

„Viele der Studienteilnehmer wollen gerne wieder arbeiten. Ihre Motivation ist kurz nach Eintritt in die Erwerbsminderungsrente noch hoch. Je länger die Erwerbsminderung an­dauert, desto stärker nimmt die Motivation ab“, erläuterte Sonia Lippke, Gesundheits­psy­chologin an der Jacobs University.

Ein wichtiger Grund, wieder arbeiten zu wollen, sei neben dem Wunsch, Geld zu verdie­nen, auch das Bedürfnis nach Bestätigung, also sich gebraucht zu fühlen. „Für die soziale Teilhabe ist Arbeit enorm wichtig“, betonte Lippke. Während der Studiendauer gelang aber nur vier Erwerbsminderungsrentnern die Rück­kehr in die Arbeitswelt.

Für die Betroffenen sei eine gute Gesundheit entscheidend wichtig. Sie helfe auch, die Motivation hochzuhalten, so Lippke. Eine maßgeschneiderte medizinische Rehabilitation, könne deshalb eine Rückkehr wirksam unterstützen, schlussfolgern die Wissenschaftler. Sie sei umso erfolgversprechender, je frühzeitiger sie angeboten werde und je jünger die Teilnehmenden seien. © hil/aerzteblatt.de

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