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Weißer Ring in Schleswig-Holstein hilft mehr als 1.500 Opfern von Gewalt

Donnerstag, 13. Februar 2020

Weißer Ring /dpa

Kiel – Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Weißen Rings in Schleswig-Holstein haben im vergangenen Jahr 1.508 Kriminalitätsopfern geholfen. Das waren 85 Fälle weniger als 2018 und 10 weniger als 2017.

Einen Rückschluss auf eine gesunkene Zahl an Opfern erlaube die Statistik aber nicht, sagte die Landesvorsitzende Manuela Söller-Winkler heute bei der Vorstellung des Jahresberichts der Organisation. Nach wie vor sind 75 Prozent der Betreuten Frauen.

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Die 174 Helfer leisteten im vergangenen Jahr 27.000 Stunden Opferarbeit. In den meisten Fällen waren die Betroffenen Opfer von Körperverletzungen (26 Prozent) und Sexualde­lik­ten (25 Prozent).

Auffällig ist ein starker Anstieg von Stalkingdelikten. Sie machten nun einen Anteil von 8 Prozent der Fälle aus (2018: unter einem Prozent). Dies sei aber weiter „nur die Spitze des Eisbergs“, sagte Söller-Winkler.

Für anwaltliche oder traumatologische Erstberatungen oder andere Hilfen hat der Weiße Ring im vergangenen Jahr gut 247.000 Euro (2018: 241.500 Euro) bereitgestellt. Über die Gerichte erhielt die Organisation 2019 rund 116.000 Euro aus Bußgeldern. Das waren 38 Prozent mehr als 2018.

Nach der 2018 ausgebrochenen Krise des Vereins hätten sich die Erschütterungen für die Organisation im Land in Maßen gehalten, sagte Söller-Winkler. Im März 2018 war be­kanntgeworden, dass Frauen dem früheren Außenstellenleiter des Weißen Rings in Lü­beck sexuelle Belästigung vorge­worfen hatten. Die Staatsanwaltschaft leitete zahlreiche Ermittlungsverfahren ein.

Das führte zu vier Anklagen, von denen das Landgericht Lübeck nur eine wegen Exhibi­tio­nismus zur Verhandlung am Amtsgericht zuließ. Die alte Führung der Organisation trat im Zuge der Krise zurück. Das Amtsgericht Lübeck hat Detlef H. vom Vorwurf des Exhibi­tionismus freigesprochen, die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Noch in diesem Jahr soll der Indizienprozess am Landgericht neu aufgerollt werden.

„Wir sollten das weiterhin mitschwingen lassen und unsere Sensibilität hochhalten, was das angeht, und nicht glauben, sowas könne man nach einem Jahr schon zu den Akten legen“, sagte Söller-Winkler. Das Selbstbewusstsein der Mitarbeiter des Weißen Rings sei aber wieder ausgeprägter. „In der Wahrnehmung in der Öffentlichkeit stelle ich über das Land hinweg fest, dass letztlich Lübeck keine Rolle mehr spielt.“ © dpa/aerzteblatt.de

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