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Covid-19: Mehr als 1.700 Mediziner in China erkrankt

Freitag, 14. Februar 2020

/picture alliance, ROPI

Peking – Im Kampf gegen das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 haben sich bislang mehr als 1.700 medizinische Helfer wie Ärzte und Krankenhauspersonal angesteckt. Das be­rich­tete heute der chinesische Staatssender CCTV.

Mindestens sechs Helfer kamen dem­nach ums Leben. Der überwiegende Teil der Betroffe­nen war in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei im Einsatz, wo das Virus ur­sprünglich in der Stadt Wuhan ausgebrochen war.

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Ein Ende der Covid-19-Epidemie ist weiter nicht absehbar. Die Gesamtzahl der offiziell erfassten Infektionen in China liegt mittlerweile bei fast 64.000, die der Todesfälle bei fast 1.400. Allerdings gehen Experten von einer sehr hohen Dunkelziffer aus.

Die Rückreise von Millionen Chinesen, die nach den wegen Covid-19 verlängerten Ferien wieder an ihre Arbeitsplätze zurückkehren, lässt neue Infektionswellen befürchten. „Wir sind momentan nicht in der Lage, die Dynamik des Ausbruchs zu prognostizieren“, sagte der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, in Berlin.

Bisherige Daten deuten demnach darauf hin, dass die neue Lungenerkrankung Covid-19 in China ähnlich verläuft wie eine schwere Grippewelle. Der Berliner Virologe Christian Drosten erklärte, dass sich Sars-CoV-2 wie das Influenzavirus im Rachen vermehre, was es ansteckender mache als anfangs vermutet.

Ziel in Deutschland ist es nach RKI-Angaben, eine Erkrankungswelle hinauszuzögern. Möglichst vermieden werden soll demnach, dass eine Covid-19- und die derzeitige Grippe­welle zusammenfallen.

Drosten wies allerdings auf begrenzte Möglichkeiten der Eindämmung hin: „Irgendwann wird es wahrscheinlich dazu kommen, dass unbemerkte Infektionen plötzlich bemerkt werden.“ Die derzeit aus China bekannten Zahlen seien mit Vorsicht zu genießen, beton­ten die Experten. „Es sind Trends“, so Wieler.

Zählweise undurchsichtig

In China war die Zahl erfasster Infektionen gestern um etwa 15.000 gestiegen, weil sich die Zählweise in der besonders betroffenen Provinz Hubei verändert hatte. Die Vorgabe ist dort nun, auch klinische Diagnosen von Covid-19 zu erfassen, nicht mehr nur über Labortests bestätigte.

Bei den 4.823 neuen Infektionen mit Sars-CoV-2 von gestern zu heute allein in Hubei wurden 3.095 Fälle mit nur klinischer Diagnose mitgerechnet, wie die Gesundheits­kom­mission der Provinz berichtete. Im Rest des Landes verwendet China diese Zählweise nicht.

Außerhalb von Festland-China sind in mehr als zwei Dutzend Ländern rund 580 Fälle bestätigt. Auch hier gehen viele Experten von zahlreichen nicht erfassten Infektionen aus. In Deutschland wurden bisher 16 Infektionen festgestellt. Experten schließen aber nicht aus, dass es auch hierzulande bisher nicht erkannte Fälle gibt.

In Japan war gestern erstmals ein mit Sars-CoV-2 infizierter Mensch gestorben: eine Frau in ihren 80ern in der Provinz Kanagawa nahe Tokio. Zudem sei ein Arzt in der 400 Kilo­me­ter entfernten Präfektur Wakayama positiv auf das Coronavirus getestet worden, be­richteten örtliche Medien unter Berufung auf Behörden.

Der Mann in seinen 50ern zeige Symptome einer Lungenentzündung, sei sonst aber in stabilem Zustand, hieß es. Das Krankenhaus Saiseikai Arida, in dem der Arzt arbeite, nehme vorerst keine Patienten mehr auf, berichtete die Zeitung Nikkei Asian Review.

In London wächst unterdessen nach den ersten bestätigten Sars-CoV-2-Infektionen die Sorge vor einer Ausbreitung des Virus. Eine Frau hatte sich entgegen den Anweisungen direkt in einer Notaufnahme in der britischen Hauptstadt vorgestellt, wie das Kranken­haus im Stadtteil Lewisham gestern mitteilte.

Für zwei Mitarbeiter der Klinik, die mit der Patientin in Kontakt kamen, wurde vorsorglich eine zweiwöchige Quarantäne angeordnet. Angereist war die Frau mit einem Uber-Taxi. Der Fahrer sei aber nicht in Gefahr, sich angesteckt zu haben, teilte die britische Gesund­heitsbehörde mit. Da die Fahrt weniger als 15 Minuten gedauert habe, gelte kein erhöh­tes Risiko.

Der Vorfall hatte sich bereits am vergangenen Sonntag ereignet. Die Frau soll britischen Medienberichten zufolge chinesische Staatsbürgerin sein und sich in China angesteckt haben. Sie wurde zur Behandlung in die Guy's-and-St.-Thomas'-Klinik in London einge­wiesen.

Ein weiterer Betroffener soll in der vergangenen Woche an einer Konferenz in London teilgenommen haben. Rund 200 Teilnehmer wurden aufgefordert, ihre Wohnungen nicht zu verlassen, sollten sie Symptome wie Fieber oder Husten entwickeln, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA. Insgesamt gibt es bislang in Großbritannien neun bestätigte Infektionen mit Sars-CoV-2. © dpa/aerzteblatt.de

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