NewsVermischtesBehörde schließt auch Hamburger LPT-Tierversuchs­labor
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Behörde schließt auch Hamburger LPT-Tierversuchs­labor

Montag, 17. Februar 2020

Mit Schildern und Transparenten demonstrieren Teilnehmer in Hamburg-Neugraben gegen Tierversuche. /picture alliance, Bodo Marks

Hamburg – Einen Monat nach Schließung des umstrittenen LPT-Tierversuchslabors im niedersächsischen Mienenbüttel muss auch das Labor der Firma am Hamburger Hauptsitz in Neugraben die Arbeit einstellen. Die Hamburger Gesundheitsbehörde entzog der Firma heute „mit sofortiger Wirkung“ die Erlaub­nis zur Tierhaltung.

Nach sorgfältiger Prüfung sei die tierschutzrechtliche Zuverlässigkeit des Betreibers auf­grund schwerwiegender Verstöße gegen das Tierschutzgesetz sowie weiterer Verstöße ge­gen Dokumentations- und Genehmigungspflichten nicht mehr gegeben, erklärte Ham­burgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD).

Anzeige

Tierschützer hatten im Oktober aufgedeckt, dass in dem Labor in Mienenbüttel Hunde und Affen bei Versuchen misshandelt wurden. Ein Aktivist hatte sich als Mitarbeiter ein­ge­schlichen und Aufnahmen von schreienden Affen und blutverschmierten Hunden ge­macht. Die Staatsanwaltschaft Stade ermittelt wegen Verstößen gegen den Tierschutz und ließ das Labor Ende November durchsuchen.

Grundlage der Entscheidung seien auch die Ermittlungen gewesen. „Damit dieser Wider­ruf rechtssicher erfolgen konnte, war es vor allem nötig, die Akten und Informa­tionen der Staatsanwaltschaft sowie den Bescheid des Landkreises Harburg über den LPT-Standort Mienenbüttel in Niedersachsen sorgfältig auszuwerten“, sagte Prüfer-Storcks.

„Nun muss eine tierschutzgerechte Unterbringung für die Tiere sichergestellt werden.“ Im Gegensatz zum Standort Mienenbüttel handele es sich bei den Versuchstieren in Ham­burg-Neugraben in erster Linie um Mäuse und Ratten, sagte die Senatorin.

„Der Entzug der Tierhaltungserlaubnis für das Hamburger Labor ist eine überfällige Not­wendigkeit und nach der Schließung des Labors in Mienenbüttel auch der einzig logische Schritt“, sagte die Hamburger Tierschutzexpertin der Grünen-Fraktion, Christiane Blö­me­ke.

„Ich erwarte, dass die Schließung zweier LPT-Standorte nun auch Auswirkungen auf den verbleibenden Standort in Schleswig-Holstein hat.“ Unklar sei weiterhin, „welche Auswir­kungen die Manipulation von Testreihen in den Laboren von LPT auf die Zulassung von Medikamenten hatte“, so Blömeke.

Der Verein Ärzte gegen Tierversuche begrüßte den Schritt der Hamburger Behörde und fordert die zuständigen Stellen in Schleswig-Holstein auf, das dort angesiedelte LPT-Labor zu schließen. © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

29. April 2020
Hannover – Forscher des Instituts für Tierhygiene, Tierschutz und Nutztierethologie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) haben eine Online-Schulungsplattform vorgestellt, die
Schulungsplattform soll Tierversuche verringern
3. April 2020
Berlin – Tierschutzverbände kritisieren neue Vorschläge für Änderungen des Tierschutzgesetzes. Die Nachbesserungen der Bundesregierung würden bekannte Probleme nicht ausreichend beheben, schrieben
Verbände sehen neues Tierschutzgesetz als nicht EU konform
7. Februar 2020
Köln – 2017 wurden in europäischen Laboren rund 22 Millionen Tiere getötet, rund zehn Millionen davon im Bereich der Grundlagenforschung. Darauf hat die Organisation Ärzte gegen Tierversuche mit
Zahl medizinischer Tierversuche in Europa bleibt hoch
22. Januar 2020
Berlin – In Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen (NRW) fanden 2018 bundesweit die meisten Tierversuche statt. Während sie in Baden-Württemberg anstiegen, gingen die Zahlen in Bayern und
Viele Tierversuche in Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen
30. Dezember 2019
Karlsruhe – Zwei Krebsforscher haben nach Experimenten mit Mäusen am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg Bußgeldbescheide erhalten. Die Bußgelder lägen im dreistelligen Euro-Bereich,
Krebsforscher erhalten Bußgeldbescheide nach Experimenten mit Mäusen
27. Dezember 2019
Köln – Im vergangenen Jahr hat es in Deutschland rund 2,83 Millionen Tierversuche gegeben. Das sind rund 18.000 mehr als im Vorjahr. Davon starben rund 30 Prozent, also 825.000. Die Zahlen gehen aus
Zahl der Tierversuche bleibt konstant
13. Dezember 2019
Hamburg – Das Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) richtet eine neue Professur ein, um Wege zur Verringerung von Tierversuchen zu erforschen. Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) sprach
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER