NewsPolitikElterngeldreform sieht mehr Elterngeld bei Frühgeburten vor
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Elterngeldreform sieht mehr Elterngeld bei Frühgeburten vor

Montag, 17. Februar 2020

/Kzenon, stock.adobe.com

Berlin – Eltern von Frühchen sollen künftig einen Monat länger Elterngeld erhalten, wenn das Kind mindestens sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin zur Welt gekommen ist. Zudem sollen Mütter und Väter, die während des Elterngeldbezugs in Teilzeit arbeiten wollen, mehr Möglichkeiten dazu bekommen. Das geht aus einem Ent­wurf für eine Elterngeldreform hervor. Er wurde vergangene Woche in die Abstimmung zwischen den Ministerien gegeben.

Der Entwurf aus dem Bundesfamilienministerium sieht außerdem vor, dass Paare mit mehr als 300.000 Euro Jahreseinkommen künftig keinen Anspruch mehr auf Elterngeld haben sollen. Bisher liegt die Grenze bei 500.000 Euro.

Anzeige

Elterngeld bekommen Mütter und Väter, wenn sie nach der Geburt des Kindes nicht oder vorerst nur wenig arbeiten wollen. Der Staat unterstützt das mit mindestens 300 Euro und maximal 1.800 Euro im Monat – abhängig vom Netto-Verdienst vor der Geburt des Kindes.

Das Elterngeld wird maximal 14 Monate lang gezahlt, wenn sich beide an der Betreuung beteiligen. Die Zahlungsdauer kann auch weiter gestreckt werden (ElterngeldPlus). Dafür sind die monatlichen Zahlungen dann kleiner. Nach Angaben von Familienministerin Franziska Giffey (SPD) gibt der Staat jährlich mehr als sieben Milliarden Euro dafür aus.

Giffey will nun mit der Reform nach eigenen Angaben das Elterngeld noch mehr auf Part­nerschaftlichkeit ausrichten. Mütter und Väter, die Elterngeld beziehen, aber schon wie­der in Teilzeit zurück im Job sind, dürfen in Zukunft 32 Stunden statt wie bisher 30 Stun­den pro Woche arbeiten, ohne ihren Elterngeldanspruch zu verlieren. So werde beispiels­weise eine Vier-Tage-Woche möglich, heißt es im Entwurf.

Außerdem werden die Regeln für den Partnerschaftsbonus gelockert. Dabei handelt es sich um zusätzliches Elterngeld, das Paare erhalten können, wenn beide Eltern eine be­stimmte Anzahl von Stunden in Teilzeit arbeiten und sich damit die Betreuung der Kinder teilen. Der Bonus stärke die Beteiligung von Vätern nachweislich, heißt es in der Begrün­dung zum Gesetzentwurf. Trotzdem werde er bisher nur von einer vergleichsweise klei­nen Gruppe von Eltern in Anspruch genommen.

Eltern von Babys, die besonders früh auf die Welt gekommen sind, will Giffey stärker un­ter­stützen. Sie sollen mit der geplanten längeren Zahlung des Elterngeldes mehr Zeit be­kommen, „um mögliche Entwicklungsverzögerungen ihres Kindes besser auffangen zu können“.

Geplant ist, dass die Neuregelungen im kommenden Jahr in Kraft treten. Dafür muss die Reform aber zunächst vom Kabinett beschlossen werden und dann durch Bundestag und Bundesrat. © dpa/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER