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Ausland

Mediziner neuer Ge­sund­heits­mi­nis­ter in Frankreich

Montag, 17. Februar 2020

Olivier Véran (LREM), Mediziner und Abgeordneter, wird neuer Ge­sund­heits­mi­nis­ter in Frankreich. /picture alliance, Christophe Petit Tesson, MAXPPP

Paris – Der Abgeord­nete und Mediziner Olivier Véran ist neuer Ge­sund­heits­mi­nis­ter in Frankreich. Hintergrund ist der Rückzug des Wunschkandidaten des französischen Präsi­den­ten für die Pariser Bürgermeisterwahl, Benjamin Griveaux. Dafür war spontan die bis­herige Ge­sund­heits­mi­nis­terin in Frankreich, Agnès Buzyn, in die Bresche gesprungen.

„Ich mache das, ich will es“, sagte die 58-Jährige gestern. Buzyn sagte, ihr Ziel sei es, die Bürgermeisterwahl in Paris zu gewinnen. Die Politikerin gehört ebenso wie Griveaux der von Präsident Macron gegründeten Bewegung La République en Marche (Die Republik in Bewegung, LREM) an.

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Macrons früherer Regierungssprecher Griveaux hatte am vergangenen Freitag nach der Veröffent­lichung eines Sex-Videos überraschend seinen Verzicht auf die Bürgermeister-Kandidatur erklärt.

Das an eine Frau gerichtete Video eines masturbierenden Manns war am vergangenen Mitt­woch­abend von dem in Frankreich lebenden umstrittenen russischen Aktionskünstler Pjotr Pawlenski ins Internet gestellt worden; dieser behauptet, es handle sich um Gri­veaux. Allerdings ist bei den Aufnahmen nicht das Gesicht des Mannes zu sehen. Paw­lenski sagte, er habe die „Scheinheiligkeit“ des 42-jährigen Bürgermeisterkandidaten bloßstellen wollen, da dieser stets als treuer Familienvater auftrete.

Seit Griveaux' Rückzug hatte die LREM intensiv nach einem Nachfolger gesucht. Zahl­reiche Mitglieder und Partner der Bewegung waren dabei auch an die Gesundheitsminis­terin herangetreten.

Buzyn hatte gestern zunächst erklärt, sie werde aus dem Kabinett ausscheiden, sobald ihre Kandidatur bei der Pariser Kommunalwahl von der zuständigen LREM-Kommission gebilligt worden sei.

Kurz darauf erklärte sie jedoch bereits ihren Rücktritt von ihrem Ministeramt und Macron ernannte unmittelbar danach Véran zu ihrem Nachfolger. Damit fällt unter anderem der Schutz Frankreichs vor dem insbesondere in China grassierenden neuartigen Coronavirus in seine Zuständigkeit.

Für Macron, der eine zweite Amtszeit nach der Präsidentschaftswahl 2022 anstrebt, bedeutete der Rückzug Griveaux' eine Niederlage. Der Staatschef hatte sich gegen den Widerstand aus seiner Partei für seinen früheren Regierungssprecher eingesetzt. © afp/aerzteblatt.de

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WolfgangFunk
am Dienstag, 18. Februar 2020, 15:38

neuer Minister

Mediziner sei er, schreibt die schlaue Journalistin - könnte er nicht besser einfach „Arzt“ sein? Immerhin hat sie ihn nich auch noch als Leistungserbringer diffamiert!
LNS

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