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Bislang keine Erreger von hämorrhagischem Fieber in Hyalomma-Zecken nachgewiesen

Montag, 17. Februar 2020

Hyalomma marginatum /Adam Cuerden, Wikimedia

Stuttgart – Bei in Deutschland gefundenen tropischen Hyalomma-Zecken ist bislang noch kein Erreger von gefährlichen hämorrhagischen Fiebererkrankungen entdeckt wor­den. Das teilten Experten der Universität Hohenheim heute in Stuttgart mit. Sie verfolgen die Ausbreitung der invasiven Zeckenart, die 2018 erstmals in größerer Anzahl hierzu­lan­de nachgewiesen wurde und inzwischen vermutlich hier überwintern kann.

Die Hyalomma-Zecke ist doppelt bis dreimal so groß wie ihre europäischen Verwandten und wird vermutlich von Vögeln eingeschleppt. Sie ist eigentlich in trockenen Gebieten Afrikas, Asiens und Südeuropas heimisch und kann dort das Krim-Kongo Hämorrhagische Fieber sowie das Arabisch Hämorrhagische Fieber übertragen. Die erwachsenen Zecken saugen Blut von großen Säugetieren wie Pferden. Aber auch Menschen sind potenzielle Wirte.

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Die Fachleute der Universität Hohenheim hatten Bürger im vergangenen Jahr dazu aufge­rufen, ihnen verdächtige Exemplare für Untersuchungen zuzusenden. Dieser Appell bezog sich neben den Hyalomma-Zecke auch auf die Braune Hundezecke – einer weiteren inva­siven Art. Nach Angaben der Hochschule bekamen sie bislang rund 3.500 Zecken zuge­schickt, die sie eingehend untersuchten. Insgesamt zählten diese zu sechs Arten, darunter waren etliche Exemplare der Hyalomma-Zecke und der Braunen Hundezecke.

In keiner der Hyalomma-Zecken fanden sich Erreger für hämorrhagische Tropenfieber, allerdings ließen sich in 41 der Tiere Bakterien nachweisen, die eine Form des Zecken-Fleckfiebers übertragen. Es handelt sich dabei um eine sehr schmerzhafte Erkrankung, die mit passenden Antibiotika aber gut zu behandeln ist.

Schon vor einigen Monaten hatten Forscher aus Hohenheim und vom Institut für Mikro­bio­logie der Bundeswehr in München die mutmaßlich erste Fleckfieber-Übertragung durch eine tropische Hyalomma-Zecke auf einen Menschen in Deutschland gemeldet. Es handelte sich um einen Pferdebesitzer aus Nordrhein-Westfalen, der die Zecke gesichert und den Wissenschaftlern zugeschickt hatte.

Die Experten wollen die Ausbreitung der neuen invasiven Zecken weiterhin untersuchen. Sie erneuerten heute ihren Aufruf, ihnen verdächtige Exemplare zuzusenden. Dabei inter­essieren sie sich neben den Untersuchungen auf Krankheitserreger auch für andere As­pekte, etwa ob Hyalomma-Zecken inzwischen auch auf Rindern zu finden sind und ab welchem Zeitpunkt im Jahr sie auftauchen.

Bereits in der vergangenen Wochen hatte die Hochschule ihre jährlichen Zahlen zur typi­schen Zeckenaktivität vorlegt. Demnach ging die Zahl der gemeldeten Fälle von Gehirn­hautentzündungen im vergangenen Jahr zurück. Vor allem in Baden-Württemberg gab es weniger Erkrankungen mit der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). 2019 wurden in ganz Deutschland 462 Fälle gemeldet, im Jahr zuvor waren es noch 607. © afp/aerzteblatt.de

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