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Politik

Klimaforscher wird neuer Präsident der Leopoldina

Dienstag, 18. Februar 2020

Gerald Haug /picture alliance, Markus Scholz, Leopoldina

Berlin – Der Geologe und Klimaforscher Gerald Haug wird neuer Präsident der Nationa­len Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Er wird offiziell das Amt am 1. März 2020 von Jörg Hacker übernehmen, der die Akademie seit 2010 führt und nach zwei Amtszei­ten turnusgemäß ausscheidet. Die feierliche Amtsübergabe findet am 20. Februar 2020 am Sitz der Leopoldina in Halle/Saale statt.

„Haug besitzt ein hervorragendes Gespür für die Vermittlung von Forschungsthemen an Politik und Gesellschaft. Zudem pflegt er sehr gute Netzwerke in der nationalen und in­ternationalen Wissenschaft“, sagte der amtierende Leopoldina-Präsident Jörg Hacker heu­te in Berlin über seinen Nachfolger. Damit sei Haug bestens vorbereitet auf die Leitung der Leopoldina als Nationalakademie.

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Haug, der im Nebenamt Direktor am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz sowie Pro­fessor an der Eidgenössisch-Technischen Hochschule (ETH) Zürich/Schweiz bleiben wird, will an die erfolgreiche Arbeit Hackers und seine „unaufgeregte Arbeitsweise“ anknüpfen. Als Nationale Akademie der Wissenschaften habe die Leopoldina großes Potenzial, die Meinungsbildung in Politik und Gesellschaft tatkräftig und wirksam zu unterstützen,“ sagte er heute in Berlin.

Verständlich und auf hohem wissenschaftlichen Niveau informieren

Haug setzt dabei auf eine „faktenbasierte, ausgewogene und transparente wissenschaft­li­che Beratung, die Belange unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen einbezieht“. „Wir wollen zeitlich punktgenau zu Themen Stellung beziehen“, erklärte er. „Es ist die vor­nehm­ste Aufgabe der Leopoldina, verständlich und auf hohem wissenschaftlichen Niveau zu verschiedenen Themen zu informieren.“ Einen Schwerpunkt seiner Arbeit sieht er des­halb auch in einer Dynamisierung der Kommunikation nach außen.

Bereits 2012 wurde der jetzt 51-Jährige als Mitglied in die Leopoldina in der Sektion Geo­wissenschaften aufgenommen. Als gewählter Vertreter dieser Sektion ist er seit 2015 Mit­glied des Senats der Akademie. 2016 wählten ihn die Senatoren aller Sektionen der Klasse I: Mathematik, Natur- und Technikwissenschaften zum Sprecher der Klasse I.

Der Klimaforscher, Geologe und Paläo-Ozeanograph arbeitete an mehreren Veröffentli­chun­gen zur wissenschaftsbasierten Politikberatung mit, jüngst als einer der beiden Sprecher der Arbeitsgruppe „Klimaziele 2030: Wege zu einer nachhaltigen Reduktion der CO₂-Emissionen“ (2019). 2015 war Haug Mitautor der Stellungnahme zur Zukunft der Ozeane, die von den Wissenschaftsakademien der G7-Staaten in Vorbereitung auf den Gipfel in Elmau erarbeitet und an die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten über­geben wurde.

Damit hat Haug ein anderes wissenschaftliches Profil als der Lebenswissenschaftler und Mikrobiologe Hacker. Sein Verdienst ist insbesondere die Systematisierung der Arbeit der Leopoldina. Er etablierte sie in den zehn Jahren seiner Amtszeit als anerkannte Beraterin zu gesellschaftlichen Herausforderungen und als angesehene Partnerin im weltweiten Akademiendialog.

Unter seiner Leitung wurden viel beachtete Stellungnahmen zu Zukunftsthemen wie Bio­energie, Klimaschutz, Präimplantationsdiagnostik und Genomchirurgie veröffentlicht. So äußerte sich die Leopoldina beispielsweise zur Energiewende nach dem Reaktorunglück von Fukushima 2011, zum Ebola-Ausbruch 2014 und zur Belastung der Atemluft durch Stickoxide und Feinstaub 2019.

Unabhängige wissenschaftsba­sierte Politikberatung

Hacker intensivierte zudem eine Beratung der G7-Gipfel durch die Wissenschaftsaka­demi­en der beteiligten Länder und initiierte die Beratung der G20-Treffen. Die Leopoldina er­weiterte unter seiner Leitung ihre globalen Kontakte und vereinbarte Partnerschaftsab­kommen mit nationalen Wissenschaftsakademien unter anderem mit Israel, Südafrika und China.

Heute leistet die Nationale Akademie der Wissenschaften unabhängige wissenschaftsba­sierte Politikberatung zu gesellschaftlich relevanten Fragen. Dafür arbeitet sie eng mit der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften acatech zusammen. © ER/aerzteblatt.de

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