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Ausland

Armut, Klimawandel und Kommerz bedrohen Kinder weltweit

Mittwoch, 19. Februar 2020

/dpa

Genf – Kinder und Jugendliche in Norwegen, Südkorea und den Niederlanden haben nach einer UN-Studie die besten Chancen auf eine gute Entwicklung. Ihre Altersgenossen in der Zentralafrikanischen Republik, im Tschad und in Somalia sind weltweit am schlechtesten dran. Das geht aus einem Bericht der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) und des UN-Kinderhilfswerks Unicef hervor, der in der Fachzeitschrift The Lancet vorgestellt wird.

Deutschland liegt demnach auf Platz 14, die Schweiz auf Platz 15 und Österreich auf Platz 19 von 180 Ländern. Die Rangliste berücksichtigt Faktoren wie Gesund­heit, Ernäh­rung und Bildung. Es gebe aber kein Land der Welt, dass seine Minderjährige nicht in einem Bereich im Stich lasse, sagte der Gesundheitsexperte Anthony Costello, einer der Hauptautoren. Hin­ter dem Bericht steht eine Kommission mit mehr als 40 Kollegen aus aller Welt.

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In ärmeren Ländern blieben nach Schätzungen 250 Millionen Kinder wegen Mangeler­näh­rung in ihrer Entwicklung so weit zurück, dass sie ihr Potenzial ihr Leben lang nicht ausschöpfen könnten, so die Autoren.

Reichere Länder gefährdeten die Zukunft der Kin­der weltweit durch ihre hohen klima­schädlichen CO2-Emissionen. Wenn es unter Berücksichtigung der Emissionen um Nach­haltigkeit gehe, komme Norwe­gen nur auf Platz 156, die Niederlande auf Platz 160 und Deutsch­land auf Platz 161.

Alle Länder setzten junge Menschen Werbung für gesundheitsschädliche Produkte wie Alkohol, Tabak, überzuckerte Getränke und Fast Food aus, heißt es weiter. In Los Angeles sähen Jugendliche im Durchschnitt vier Alkoholwerbungen am Tag. In China könnten 86 Prozent der Fünf- und Sechsjährigen mindestens eine Zigarettenmarke identifizieren.

Die Werbung für stark zuckerhaltige Getränke und Fast Food sei mitverantwortlich für die alarmierende Ausbreitung von Fettleibigkeit. 1975 seien elf Millionen Minderjährige welt­weit fettleibig gewesen, 2016 schon 124 Millionen. Der Bereich der Online-Werbung, die auf Minderjährige ziele, sei völlig unreguliert, monierte Costello. Vereinbarungen mit der Industrie zu Selbstregulierung funktionierten nicht.

„Jede Regierung muss Minderjährige zur Priorität ihrer Entwicklungspläne machen und ihr Wohlergehen über alle anderen Gesichtspunkte stellen“, forderte Unicef-Chefin Henrietta Fore. Unicef schlägt auf der Ebene von Gemeinde bis zur hohen Politik Jugendkomitees vor, und Apps, über die junge Leute äußern können, was sie bewegt und was sie wollen. Schulen müssten Kinder besser ausbilden, damit sie wissen, wie sie Anliegen vortragen können.

„Es gab zwar in den vergangenen 20 Jahren Verbesserungen bei der Gesundheit von Kin­dern und Jugendlichen, aber die Entwicklung geht nicht weiter und die Zeichen stehen auf Rückschritt“, sagte die Co-Vorsitzende der Kommission, die frühere neusee­ländische Regierungschefin Helen Clark. „Länder müssen sich nicht nur heute um ihre Minderjähri­gen kümmern, sondern auch sicherstellen, dass sie die Welt schützen, die sie ihren Kinder vererben.“

Die Autoren empfehlen unter anderem, den CO2-Ausstoß dringend zu stoppen, Minder­jährige in politische Entscheidungen mit einzubeziehen und Werbeeinschränkungen zu verschärfen. © dpa/aerzteblatt.de

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