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Medizin

Masern: Hepatitis, Appendizitis und Meningitis als Komplikationen

Mittwoch, 19. Februar 2020

/Kateryna_Kon, stockadobecom

Msida/Malta – Die gegenwärtige Masern-Epidemie konfrontiert Ärzte mit einer Erkrankung, die viele vormals nur aus den Lehrbüchern kannten. Eine Fallserie in BMJ Case Reports (2020; doi: 10.1136/bcr-2019-232408) zeigt, dass es auch zu ungewöhnlichen Komplikationen kommen kann.

Masern sind eine hoch ansteckende Virusinfektion der Atemwege. Die häufigsten Symptome sind Fieber, Husten, Konjunktivitis und ein makulopapulöser Hautausschlag am ganzen Körper. Die Erkrankung kann jedoch alle Organe des Körpers befallen. Thelma Xerri vom Dei Hospital in Msida auf Malta, das 2019 eine der heftigsten Ausbrüche der letzten Jahrzehnte erlebte, berichtet über 3 ungewöhnliche Fälle.

Der 1. Fall betraf einen jungen Mann, der mit intermittierendem Fieber mit Schüttelfrost, Übelkeit und Erbrechen in die Klinik eingeliefert wurde. Er wies den typischen Hautaus­schlag auf, so dass die Mediziner rasch die richtige Diagnose stellten. Bei der Labor­untersuchung fiel dann eine deutliche Erhöhung von GGT (257 U/l, Obergrenze des Normalwerts ist 65 U/l) und ALT (650 U/l, Obergrenze des Normalwerts ist 11 U/l) auf.

Nachdem eine Virushepatitis, infektiöse Mononukleose, HIV-Infektion, Cytomegalie, Syphilis und Röteln ausgeschlossen worden waren, stellten die Mediziner die Diagnose einer Masern-Hepatitis.

Auch beim 2. Fall, einer 18-jährigen Britin, war die Diagnose Masern schnell gestellt. Die junge Frau klagte jedoch zusätzlich über Bauchschmerzen und einem Druckschmerz im unteren rechten Abdomen, der sich bei Bewegung verstärkte. Im CT sahen die Mediziner eine mit Flüssigkeit gefüllte Appendix. Die Ärzte stellten die Diagnose einer Appendizitis und führten eine Appendektomie durch.

Beim 3. Patienten, einem 42-jährigen Mann, war eine Woche vor der Klinikaufnahme eine Maserninfektion diagnostiziert worden. Jetzt klagte er über Sehstörungen und schwere Kopfschmerzen. Eine leichte Nackensteifigkeit und die fehlende Erklärung in einer augenärztlichen Untersuchung veranlassten schließlich ein CT (das unauffällig war) und eine Liquoruntersuchung, die zur Diagnose einer viralen Meningitis führte. Als Auslöser kam nach dem Ausschluss anderer Viren nur das Masernvirus infrage.

Alle 3 Patienten erholten sich unter einer supportiven Behandlung in der Klinik ohne erkennbare Spätschäden von der schweren Infektion, was keinesfalls immer der Fall ist. Laut der Welt­gesund­heits­organi­sation starben 2017 etwa 110.000 Menschen an Masern. © rme/aerzteblatt.de

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