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Wissenschaftler suchen nach Messkriterien für Fatigue und Übermüdung

Donnerstag, 20. Februar 2020

/megaflopp, stock.adobe.com

Kiel – Schlafstörungen und Fatigue können chronische Erkrankungen begleiten, werden in Studien aber häufig nur am Rande berücksichtigt. Ein Grund dafür ist das Fehlen prak­tikabler Methoden, um sie zuverlässig und objektiv zu messen.

Dieser diagnostischen Lücke nimmt sich jetzt das neue europäische Forschungsprojekt Idea-Fast („Identify Digital Endpoints to Assess FAtigue, Sleep and acTivities of daily living“) an. Im Fokus stehen folgende Krankheiten: Idiopathisches Parkinsonsyndrom, Huntington-Krankheit, rheumatoide Arthritis, systemischer Lupus erythematodes, pri­märes Sjögren-Syndrom und chronisch entzündliche Darm­er­krank­ungen.

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Ziel ist, Endpunkte zu identifizieren, mit denen Fatigue, Schlaf und Aktivitäten des täg­lichen Lebens bei verschiedenen neurodegenerativen und entzündlichen Erkrankungen exakt beurteilt werden können. Hierfür wollen die Forscher verschiedene tragbare Sen­soren testen, die im Alltag konti­nu­ierlich Daten sammeln.

„Wir glauben, dass es wesentlich relevanter ist, die Symptomatik im häuslichen Umfeld zu messen als in der Klinik oder in der Arztpraxis“, erklärte der Kieler Neurologe Walter Maetzler. Die Universität Kiel und das Universitäts­klinikum Schleswig-Holstein beteiligen sich an Idea-Fast.

Die Wissenschaftler wollen im ersten Abschnitt des Projektes im Rahmen einer Pilot­studie ermitteln, welche Sensoren geeignet sind, die belastende Symptomatik abzubil­den.

„Es wird wahrscheinlich eine Kombination aus verschiedenen Informationen sein, die wir zusammentragen“, erklärte Kirsten Emmert aus der Arbeitsgruppe von Maetzler. Zum Bei­spiel könne es sinnvoll sein, Informationen zur Tagesaktivität und Gangqualität mit Hirn­stromableitungen in der Nacht zu kombinieren.

An die Pilotphase schließt sich eine Längsschnittstudie an, in der die Ergebnisse für die vielversprechendsten digitalen Endpunkte validiert werden sollen. 2.000 Patienten sollen darin eingeschlossen werden.

An Idea-Fast sind 46 Zentren aus 14 europäischen Ländern beteiligt, darunter Pharmaun­ter­nehmen, akademische und gemeinnützige Institutionen, kleine und mittlere Unterneh­men sowie Patientenorganisationen.

Für die Arbeit stehen insgesamt rund 42 Millionen Euro zur Verfügung. Kieler Projektpart­ner sind die Klinik für Neurologie, die Klinik für Innere Medizin I und das Institut für All­gemeinmedizin sowie die Medizinische Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #780570
kueroint
am Sonntag, 8. März 2020, 07:01

Schlafstörungen und Fatigue können chronische Erkrankungen begleiten

Sehr geeherte Damen und Herren, ich wundere mich über den Ansatz der o. g. Studie. Denn ich habe nicht meine Diagnose erkannt, die lautet :"Multiple Sklerose" ich werde begleitet u.a. von Schlafstörungen und der Leidensdruck ist für uns immens.
Vielen Dank für die Antwort im Voraus.
M. Hermann
LNS

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