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Ärzteschaft

Pflegepersonalmangel führt zur Verschiebung von Herz-Operationen bei Kindern

Mittwoch, 19. Februar 2020

/Damian, stock.adobe.com

Bonn – Der Mangel an Pflegefachkräften führt immer wieder dazu, dass kinderherz­chi­rurgische Abteilungen Eingriffe verschieben müssen und Patienten auf Wartelisten lan­den. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) hin.

„Einerseits verfügen wir über die notwendige Hightech-Medizin, können andererseits jedoch unsere Patienten wegen Personalengpässen nicht kontinuierlich versorgen. Das gilt in allen Bereichen, aber vorrangig haben wir zu wenig Kinder-Intensivpflegekapa­zi­tät“, erläuterte Boulos Asfour aus dem Vorstand der Gesellschaft. Er ist Direktor der Abteilung Kinderherzchirurgie am Universitätsklinikum Bonn.

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Die Gründe für den Pflegekräftemangel sind dem Experten zufolge vielschichtig. „Der Dienst ist körperlich anstrengend und herausfordernd. Oft wird über die eigenen Grenzen hinaus gearbeitet. Auch die psychische Belastung ist nicht zu unterschätzen. Zudem ist die monetäre Wertschätzung der Pflegekräfte nicht angemessen“, erläutert er. Reformen seien dringend nötig, damit die Berufe wieder an Attraktivität gewännen, so Asfour.

Die Fachgesellschaft kritisiert zudem einen Mangel an Medizinprodukten, die für die Behandlung von Kindern zugelassen sind. Es fehle an Stents, Kathetern, Drainagen und Biopsie-Zangen, aber auch die wichtigen speziellen Herzschrittmacher für Kinder ren­tier­ten sich nicht für die industrielle Herstellung und den Vertrieb, warnt die Fachgesell­schaft.

Neben dem technischen Equipment sieht Asfour auch einen hohen Bedarf für Forschung und Innovation: „Wir brauchen dringend mehr Forschungsförderung auf dem Gebiet der Kinderherzmedizin“, betonte er. Als Beispiel nennt der Kinderherzchirurg mitwachsende Herzklappen, neue Rekonstruktionstechniken und kindgerechte Herzunterstützungssys­teme.

In Deutschland werden herzkranke Patienten interdisziplinär und berufsgruppenübergrei­fend in Zentren behandelt. Bundesweit gibt es laut der Fachgesellschaft 360 Kliniken für Kinder- und Jugendmedizin, von denen 67 Kinderkliniken Kompetenz in der Kinderkar­dio­logie hätten. Zudem seien 166 Ärzte in aktuell 115 kinderkardiologischen Schwer­punktpraxen tätig. Die ärztliche Versorgung ist laut Asfour damit „bundesweit sehr gut und auf stabilem Niveau“. © hil/aerzteblatt.de

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