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„Chemischer Fußabdruck“ in Alpenluft gemessen

Mittwoch, 19. Februar 2020

/MARIMA, stock.adobe.com

München – Schwer abbaubare Schadstoffe sind in entlegenen alpinen Gebieten nach­weis­bar. Verbote zeigen teils Wirkung, wie Luftmessungen deutscher und österreichischer Forscher an der Zugspitze und in den Hohen Tauern nun zeigen.

Pestizide wie etwa DDT gingen zurück, erläuterten die Wissenschaftler heute in München bei der Vorstellung 15-jähriger Messungen. Die Daten zeigen demnach aber auch, wie schwer die Ausbreitung langlebiger Stoffe oft in den Griff zu bekommen ist: Polychlo­rier­­te Biphenyle (PCB) nehmen nicht ab, obwohl sie seit den 1970er-Jahren nicht mehr pro­duziert werden.

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Bei dem Projekt PureAlps waren an der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus an der Zugspitze (2.650 Meter) und am Sonnblick Observatorium (3.106 Meter) in Österreich seit 2005 rund hundert Schadstoffe untersucht worden.

Sie entweichen aus Alltagsprodukten, bei industriellen Prozessen, Verbrennung oder Schädlingsbekämpfung und werden mit Luftströmungen weltweit verbreitet. 35 Prozent der untersuchten Schadstoffe in der Luft gingen signifikant zurück, bei vier Prozent wur­den aber steigende Konzentrationen gemeldet.

„Die Alpen sind unser Frühwarnsystem für globale Schadstoffe“, sagte Bayerns Umweltmi­nis­ter Thorsten Glauber (Freie Wähler). In der Kälte – in der Arktis, der Antarktis, aber auch den Alpen – schlagen sich die Stoffe durch Kondensation besonders nieder.

Vor allem PCB, als Weichmacher und Flammschutzmittel beispielsweise in Fugendich­tungs­massen älterer Gebäude enthalten, machen den Forschern weiter Sorgen. Obwohl seit langem verboten, schwankten die Messergebnisse – und zeigten für manche Verbin­dungen sogar Zunahmen.

Das Insektenvernichtungsmittel Endosulfan sank hingegen nach dem Verbot in der EU und in der Stockholm-Konvention binnen 15 Jahren um 96 Prozent. Dass aber auch neue Stoffe nachgewiesen wurden, zeige, dass die vorsorgende Regelung für umweltrelevante Chemikalien noch nicht vollständig ausgereift sei, hieß es. Bei Flammschutzmitteln etwa gebe es Abnahmen nach Verboten, aber Zunahmen bei neuen Stoffen. © dpa/aerzteblatt.de

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