NewsÄrzteschaftKV Meck­len­burg-Vor­pommern hält Terminservicestelle für falschen Weg
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

KV Meck­len­burg-Vor­pommern hält Terminservicestelle für falschen Weg

Mittwoch, 19. Februar 2020

/sumos, stockadobecom

Schwerin – Die vom Gesetzgeber vorgegebene Terminservicestelle (TSS) bindet in Meck­len­burg-Vorpommern Mittel, die in der Patientenversorgung besser angelegt wären. Zu dieser Erkenntnis kommt die Kassenärztliche Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern (KVMV) in ihrer Bilanz für das vergangene Jahr.

Der KVMV zufolge ist der große Ansturm auf die TSS 2019 ausgeblieben. So wurden im vergangenen Jahr 1.052 Termine frist­gemäß innerhalb von vier Wochen vermittelt. Vor­ran­gig nachgefragt wurden Termine in den Fachgebieten Nervenheilkunde, Psychotherapie, Augenheilkunde und Dermatologie – vor allem in den großen Städten.

Anzeige

Es sei festzustellen, dass die Terminnachfragen und -vermittlungen vor allem in Regio­nen stattfinden, die nach der gesetzlichen Bedarfsplanung als überversorgt gelten, schreibt die KVMV. Diese Diskrepanz zwischen theoretischer, gesetzlich definierter Überver­sorgung und reellen Versorgungsbedarfen zeige, dass die gesetzlichen Vorgaben zur Bedarfspla­nung kaum ein geeignetes Instrument seien, um den tatsächlichen Versorgungsbedarf verlässlich einzuschätzen.

Von den knapp 4.900 eingegangenen Vermittlungswünschen hat laut KV nur jeder siebte Anrufer die ge­setzli­chen Vorgaben für eine Vermittlung an einen Haus-, Fach­arzt oder Psychothera­peu­ten erfüllt. Darin enthalten seien 183 vermittelte Termine in psychothera­peutische Praxen, hieß es. Für 367 Patienten wurden Termine über die gesetzlichen Vor­gaben hi­naus vermittelt.

Die KVMV wies darauf hin, dass im gleichen Zeitraum – trotz Kündigung bestehender Verträge mit den Krankenkassen aufgrund der neuen TSS – zirka 43.000 Patienten durch A/B-Überweisungen vermittelt worden sind.

In Meck­len­burg-Vorpommern gibt es seit Jahren A- und B-Überweisungsverfahren. Bei dem Verfahren bewertet der behandelnde Arzt nach der Untersuchung des Patienten die medizinische Dringlichkeit einer Behandlung bei einem anderen Facharzt. Dieser über­nimmt dann die weitere Betreuung des Patienten entweder innerhalb eines Werktages (A-Überweisung) oder innerhalb einer Woche (B-Überweisung).

„Einige Krankenkassen haben die A/B-Verträge im Verlauf des Jahres 2019 nach Aufforde- rung durch das Bundesversicherungsamt wegen der Regelungen im Terminservice- und Versorgungsgesetz aus dem Hause von Herrn Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gekündigt“, moniert die KVMV. Leider ersetzten die neuen gesetzlichen Regelungen nicht annähernd die sehr erfolgreichen und unbürokratischen A/B-Überweisungen.

Das Geld, das für die Einrichtung und den Betrieb der TSS bereitgestellt werde, fehlt nach Ansicht der KVMV letztlich in der Patientenversorgung. Es wäre besser angelegt, wenn damit bewährte Verfahren, wie etwa die dringliche Überweisung von Arzt zu Arzt, weiter­entwickelt oder bundesweit etabliert werden könnten. © may/EB/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER