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Cyberchondriasis: Dr. Google schürt Sorgen

Mittwoch, 19. Februar 2020

/dpa

Köln – Wer das Internet nach Krankheitssymptomen durchsucht, steigert damit seine Sor­gen über die eigene Gesundheit. Das konnte ein Team um Alexander Gerlach, Professor am Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie der Universität zu Köln, in ei­ner psychologischen Studie zeigen. Sie erscheint in der Februarausgabe der Zeitschrift für Psychologie.

Demnach wächst den Studienautoren zufolge die Angst davor, ernsthaft erkrankt zu sein, nach fünf Minuten Recherche zu den empfundenen Symptomen. Für die Studie sollten 79 Studierende – im Alter von 17 bis 53 Jahren – fünf Minuten lang ihre individuellen Symp­tome im Internet recherchieren.

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Die Symptome waren meist orthopädischer oder gastrointestinaler Natur oder verschie­dene Formen von Kopfschmerz. Nach der Suche gaben die Probanden an, signifikant (p < 0.001) mehr Sorgen über ihre Gesundheit und die Symptome zu haben, als vorher.

Dabei war irrelevant ob sie Webseiten besucht hatten, die besonders gravierende Krank­hei­ten beschreiben oder solche, die zurückhaltender informieren. Der Effekt verstärkte sich zudem, wenn die Probanden bereits vorher über depressive Stimmungen berichteten.

Den Effekt bezeichnen die Forscher im Titel der Studie als „Cyberchondriasis“, in Anleh­nung an das englische Wort Hypochondriasis, zu Deutsch Hypochondrie. Der Begriff wurde bereits 1999 von einem Journalisten des Wall Street Journals geprägt.

Die Internetrecherche vor dem Arztbesuch ist inzwischen zum Regelfall geworden. In ei­ner Befragung der Bertelsmann-Stiftung von 2018 gaben rund 46 Prozent der Deutschen an, regelmäßig das Internet nach Gesundheitsinformationen zu durchsuchen. Fünf Pro­zent der weltweiten Suchanfragen auf Google waren 2015 zu Gesundheitsthemen. © jff/aerzteblatt.de

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