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Ausland

Knochenfund in Israel erhellt prähistorische Krankenpflege

Donnerstag, 20. Februar 2020

Manot-Höhlen in Galiläa /picture alliance, AP Photo

Jerusalem – Ein 36.000 bis 38.000 Jahre alter menschlicher Fußknochen könnte neue Aufschlüsse über die sozialen und medizinischen Fähigkeiten des Homo sapiens in der Urgeschichte geben.

Spuren eines gut verheilten Bruchs des Knochen weisen Forschern zufolge darauf hin, dass der Verletzte über einen längeren Zeitraum gepflegt und versorgt wurde, wie die Zeitung Haaretz heute berichtet.

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Gefunden wurden die Knochen demnach bei Grabungen in den Manot-Höhlen in Galiläa in den Jahren 2014 bis 2017. Untersuchungen des Fundes ergaben, dass sein Träger mut­maßlich einen komplizierten Mittelfußbruch auskuriert hatte.

Die Person unbe­kannten Geschlechts sei jung gestorben, aber an Ursachen, die wohl nichts mit dem Bruch zu tun hatten, so die Leiterin der Studie, die Anthropologin Hila May. Wahrschein­lich sei die Verletzung im Kindesalter durch einen Sturz oder einen Auf­schlag auf den Fuß entstanden.

Der oder die Verletzte sei über längere Zeit unbeweglich und auf Hilfe angewiesen gewe­sen, so May. Das Überleben und die Heilung des Bruchs zeugten in Mechanismen sozialer Solidarität in der prähistorischen Gesellschaft; über deren Funktionieren sei aber bislang wenig bekannt.

Die gute Heilung deute ferner auf medizinische Grundkenntnisse wie etwa das Schienen des Bruchs und die Ruhigstellung hin, so der Co-Leiter der Studie, Israel Herschkovitz.

Die Karsthöhlen von Manot nahe der libanesischen Grenze wurden laut der israelischen Antikenbehörde 2008 bei Bauarbeiten entdeckt; seit 2010 würden die Höhlen in der Negev-Wüste erforscht.

Archäologische Funde belegten eine Besiedlung der Höhle seit mehr als 100.000 Jahren. Zu den bedeutendsten Funden zählt ein 55.000 Jahre alter menschlicher Schädel. Er zeigt nach Einschätzung der Forscher, dass der moderne Mensch vor rund 65.000 Jahren von Afrika aus den Rest der Welt bevölkerte.

Der Fußknochen von Manot ist nicht der erste oder älteste Beleg für Krankenversorgung in der prähistorischen Gesellschaft. Unter anderem fanden Archäologen in einer Höhle im irakischen Kurdengebiet Überreste eines mehrfach behinderten Neandertalers, der etwa im Alter von 50 Jahren starb und nach Forschermeinung nicht ohne Hilfe so lange über­lebt hätte. © kna/aerzteblatt.de

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