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Politik

Serbien setzt Kooperation zur Vermittlung von Pflegekräften aus

Mittwoch, 19. Februar 2020

Serbiens Staatspräsident Aleksandar Vučić. /picture alliance, AA

Frankfurt am Main – Serbien schickt nach einem Zeitungsbericht keine Pflegekräfte mehr nach Deutschland. Eine entsprechende Kooperation mit Deutschland zur Vermittlung von Pflegekräften sei überraschend ausgesetzt worden, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Dabei geht es um das seit 2013 laufende „Triple-Win-Projekt“ der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GiZ) und der Bundesagentur für Arbeit (BA), das auch Vereinbarungen mit Bosnien und Herzegowina, Tunesien und den Philippinen beinhaltet.

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Im kommenden Jahr könnte Serbien die Vereinbarung mit Deutschland nun sogar ganz aufkündigen, so die Zeitung. Sie beruft sich auf Äußerungen des serbischen Arbeits­mi­nist­ers Zoran Djordjevic.

Serbiens Staatspräsident Aleksandar Vučić habe unterdessen in einem Fernsehinterview Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) attackiert, der im vergangenen Jahr im Ko­sovo und in Mexiko gewesen war, um dort um Pflegekräfte zu werben.

Vučić wird mit den Worten zitiert: „Er sagt: Ich komme nach Serbien und hole Eure Kran­kenschwestern ab. Ich habe ihm ins Gesicht gesagt, ich möchte nicht, dass du nach Ser­bien kommst und meine Schwestern abholst.“ Vučić habe zudem betont, er schätze Spahn als Minister. In Deutschland gebe es das beste Gesundheitswesen der Welt. „Aber komm nicht nach Serbien“, so Vučić.

Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium wollte die Sätze nicht kommentieren. Spahn habe jedoch nie aktiv um Pflegekräfte aus Serbien geworben, heißt es. Die Projektbeteiligten äußerten sich auf Anfrage der Zeitung zurückhaltend zum Aus der Vereinbarung mit Serbien.

Das sei „für uns natürlich schade, aber selbstverständlich respektieren wir diese Entschei­dung“, sagte eine Sprecherin der BA. Ähnlich formulierte es die GiZ. Die Aussage des Prä­si­denten und seine Vorwürfe gegen Spahn wollten beide nicht bewerten.

Man wisse aber, dass ein Wechsel von Pflegekräften nach Deutschland in Serbien inzwi­schen „kritischer betrachtet wird als zuvor“, hieß es von der BA. Mit den anderen Partner­ländern solle die Zusammenarbeit weiterlaufen.

Nach jüngsten Zahlen des Bundesarbeitsministeriums sind im Rahmen des Projekts „Trip­le Win“ 5.797 Pflegekräfte aus Bosnien und Herzegowina, Serbien, den Philippinen und Tunesien nach Deutschland gekommen.

Zudem besuchen derzeit in Vietnam 107 Personen einen Deutschsprachkurs; sie sollen ab Mitte des Jahres nach Deutschland kommen. Mehr als die Hälfte der eingereisten Pflege­kräfte kommt aus den Philippinen. © kna/aerzteblatt.de

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