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Fresenius erwartet steigenden Gewinn

Donnerstag, 20. Februar 2020

Fresenius-logo_dpa

Bad Homburg – Trotz Sorgen wegen des Coronavirus in China erwartet der Medizinkon­zern Fresenius wieder mehr Gewinn. Nach einem schwierigen Jahr etwa im deutschen Klinik-Geschäft will Fresenius seine Schwächephase hinter sich lassen.

So soll der Umsatz 2020 währungsbereinigt um bis zu 7 Prozent steigen und der Gewinn um bis zu 5 Prozent, wie der Dax-Konzern mitteilte. „Wir sind fest davon überzeugt, die­ses Jahr wieder ein Ergebniswachstum zu erreichen“, sagte Vorstandschef Stephan Sturm heute in Bad Homburg. Im vergangenen Jahr hatte der Gewinn währungsbereinigt stag­niert.

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Für Gegenwind sorgt das Coronavirus. Fresenius mit den Sparten Kliniken, Flüssigarznei­mittel und Infusionen (Kabi) sowie der Dialysetochter FMC ist vor allem in Europa und den USA engagiert. Kabi hat aber Produktionsstätten in China, die wegen der neuartigen Lungenkrankheit stillstanden, sagte Sturm. Die Sparte werde die Folgen des Coronavirus beim verkauften Volumen zu spüren bekommen.

In der Volksrepublik sei der Zugang zu Krankenhäusern eingeschränkt und Lieferketten würden gestört. „Es wird viel aus Lagerbeständen gearbeitet“, sagte Sturm. Auch kämen viele Vorprodukte für Arzneien aus China. Je länger die Virus-Epidemie anhalte, desto wahrscheinlicher würden Engpässe.

Auch hatte die Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMNC) China zum Wachstums­markt erklärt. Weltweit gebe es dort die meisten Dialysepatienten, doch nur 45 Prozent der Chinesen mit chronischem Nierenversagen hätten Zugang zur einer Behandlung.

Die Behandlungen in den Zentren gingen trotz des Coronavirus weiter, allerdings gebe es Probleme, Geräte für die Heimdialyse zu verkaufen. Wegen der Lungenkrankheiten blei­ben viele Chinesen zu Hause.

Beim Geschäftsausblick auf das laufende Jahr ließ Sturm dann auch eine Hintertür offen. Darin seien mögliche Folgen des Coronavirus nicht enthalten. Es sei zu früh, diese zu be­ziffern. Derzeit erwarte Fresenius keine signifikant negativen finanziellen Auswirkungen.

Fresenius mit gut 294.000 Beschäftigten weltweit hat ein holpriges Jahr hinter sich. So hatten im Klinikgeschäft sinkende Fallzahlen, der Trend zur ambulanten Behandlung und schärfere Vorschriften belastet.

Bei Flüssigarzneimitteln und Infusionen kam der Konzern zudem in den USA unter Preis­druck. Sturm hatte 2019 zum Übergangsjahr erklärt und nach zwei Gewinnwarnungen in Folge mit viel Skepsis an der Börse zu kämpfen. Nun kletterten Fresenius-Aktien um mehr als 5 Prozent.

Im vergangenen Jahr stieg der Konzernumsatz um 8 Prozent auf 35,5 Milliarden Euro. Der Gewinn wuchs unterm Strich um 2 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro, ohne Wechselkurs­effekte stagnierte er. „Das ist nicht unser Anspruch“, sagte Sturm.

Während die Dialysetochter Fresenius Medical Care im vierten Quartal zulegte, sanken die Ergebnisse mit Flüssigarzneien, Infusionen und klinischer Ernährung. Das Kranken­haus­geschäft stabilisierte sich hingegen. Fresenius ist Deutschlands größter Kranken­haus­betreiber und hatte über seine spanische Kliniktochter Quironsalud zuletzt mehrere Häuser in Kolumbien gekauft. Auch der Eintritt in ein drittes europäisches Land im Kran­kenhausgeschäft sei denkbar, betonte Sturm.

Fresenius sei gut für die Zukunft gerüstet, sagte er. „Deswegen blicken wir zuversichtlich nach vorne und bestätigen unsere ambitionierten Mittelfrist-Ziele.“ Die Aktionäre sollen eine höhere Dividende von 0,84 Euro je Aktie erhalten nach 0,80 Euro im Vorjahr. © dpa/aerzteblatt.de

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