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Politik

Patienten berichten über Fehler in der ambulanten Versorgung

Donnerstag, 20. Februar 2020

/Chinnapong, stock.adobe.com

Marburg/Berlin – Wie steht es in der ambulanten Versorgung um die Patientensicherheit? Das wollte die Arbeitsgruppe um den Marburger Gesundheitsversorgungsforscher Max Geraedts wissen und befragte dazu rund 10.000 Bürger systematisch. Über die Ergebnisse berichten die Forscher im Fachmagazin British Medical Journal Open (BMJ Open, doi 10.1136/bmjopen-2019-034617).

„Es gibt so gut wie keine Daten über Probleme mit der Patientensicherheit in der ambu­lan­ten Versorgung, weder in der Bundesrepublik noch international“, erklärte der Medizi­ner. Sein Team und er befragten mittels eines neu entwickelten Erhebungsbogens 10.000 Personen über 39 Jahre, die zufällig ausgewählt worden waren.

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14 Prozent der Teilnehmer berichteten über Probleme, die aufgetreten seien, wenn sie niedergelassene Ärzte konsultierten. Bei 61 Prozent davon geht es um unzureichend er­hobene Vorgeschichten der Patienten oder um unzulängliche Diagnostik.

In 75 Prozent der Fälle klagten die Betroffenen über schädliche Folgen wie unnötig lang anhaltende Schmerzen oder die Verschlechterung ihres Gesundheitszustands, die laut der Wahrnehmung der Patienten auf Probleme bei der Behandlung zurückgingen.

Bei 35 Prozent der Vorkommnisse kam es demnach zu dauerhaften Schäden, 31 Prozent lösten weitere Arztbesuche, 14 Prozent Notfallbehandlungen und 10 Prozent Kranken­haus­aufenthalte aus.

Auf Allgemeinmediziner entfielen 44 Prozent der Patientenberichte, auf Orthopäden 15 Prozent und auf Internisten 10 Prozent.

„Die Ergebnisse können helfen, kritische Situationen zu erkennen und gezielte Maßnah­men zur Vermeidung von Problemen zu entwickeln“, resümierte Geraedts.

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) begrüßte die Erhebung und rief dazu auf, die Ergebnisse konstruktiv zu nutzen, um Verbesserungen zu entwickeln und umzusetzen.

„Im APS sind wir davon überzeugt, dass es von unschätzbarem Wert ist, die Patienten selbst einzubeziehen, um die Sicherheit in der Versorgung zu bewerten und zu verbess­ern“, sagte Marcel Weigand, Generalsekretär des APS.

Eine Bürgerbefragung zur Abschätzung der Größenordnung von Patientensicherheits­problemen im ambulanten Bereich sei „folgerichtig“. © hil/aerzteblatt.de

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