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Politik

Medizinische Fußpflege kann für weitere Indikationen verordnet werden

Donnerstag, 20. Februar 2020

/okrasyuk, stockadobecom

Berlin – Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) hat eine jahrelange Diskussion zur Verordnung von Podologie beendet und die medizinische Fußpflege für weitere Indikatio­nen in den Leistungskatalog der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) aufgenommen.

So sollen nicht nur beim diabetischen Fußsyndrom entsprechende Therapien verordnet werden können, sondern auch bei Schädigungsbildungen an Haut und Zehennägeln, die mit einem diabetischen Fußsyndrom vergleichbar sind, hieß es vom G-BA.

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„Eine fachgerecht durchgeführte Hornhautabtragung und Nagelbearbeitung soll Folge­schä­digungen wie Entzündungen vermeiden, die im schlimmsten Fall zu einer Amputa­ti­on des Fußes führen können“, erläuterte Monika Lelgemann, unparteiisches Mitglied des G-BA und Vorsitzende des Unterausschusses Veranlasste Leistungen.

Podologie soll auch bei Sensibilitätsstörungen oder Durchblutungsstörungen (Makro-, Mikroangiopathie, Neuropathie, Angioneuropathie) verordnet werden können. Laut der Heil- und Hilfsmittelrichtlinie können die Heilmittel von Vertragsärzten sowie im Zuge des Entlassmanagements von Krankenhäusern verordnet werden.

Wie viele Patienten von der neuen Verordnung, die voraussichtlich Mitte des Jahres in Kraft treten wird, profitieren, ist noch unklar. „Wir müssen in den kommenden Jahren den Verordnungsalltag beobachten, wie viele Menschen nun eine podologische Therapie be­kommen“, erklärte Josef Hecken, der unparteiische Vorsitzende.

In der Expertenanhörung zur Überprüfung der Hilfsmittel-Richtlinie seien sehr unter­schied­liche Angaben gemacht worden, wie viele Patienten diese Leistung benötigen.

Ursprünglich hatte die Patientenvertretung Mitte 2018 den Antrag eingereicht, dass die Heilmittelrichtlinie sowie der Heilmittelkatalog zur Verordnungsfähigkeit von podologi­schen Therapien überprüft wird. Nach ursprünglichem Plan hatte der G-BA frühestens im Mai 2021 den Beschluss fassen wollen. Nun wurden die Beratungen über ein Jahr früher abgeschlossen. © bee/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #79783
Practicus
am Sonntag, 23. Februar 2020, 01:30

Richtig!

Der Fußpflegepfusch, den ich in meiner Praxis regelmäßig sehe und der mir die Tränen in die Augen treibt, schreit zum Himmel.
Eingewachsene Nägel, penetrierende Fußulcera... in ganz vielen Fällen sind Schmalspur-FußpflegerInnen beteiligt. So manche Zehen- oder gar Vorfußamputation ist das Ergebnis der "medizinischen Fußpflege" durch in Crashkursen ausgebildete Laien...
Avatar #815936
Podologin 31
am Samstag, 22. Februar 2020, 08:31

Stümper

Ich finde es vollkommen in Ordnung das dieses Gesetz nur für Podologen greift!!!! Klar gibt es zu wenig Podologen und einen Termin zu bekommen ist schwer,.... aber,... es bleibt allen "gut ausgebildeten Fusspflegern" ja selbst überlassen sich auch für den Weg der Podologenausbildung zu entscheiden,... und ich finde es eine Frechheit zu behaupten das oft Stümper unterwegs sind,.... es gibt zu viele Fusspfleger die einen Wochenendcrashkurs in der Fusspflege absolviert haben und nennen sich dann "ärztlich geprüft" und wenn ich mir vorstelle das diese Menschen an kranken Patienten mit Neuropathien "rumschnippeln" und dann noch die Frechheit besitzen Rechnungen zu schreiben,... oder der Meinung sind mit der Krankenkasse abrechnen zu wollen,... frage ich mich allen Ernstes,... warum habe ich die Ausbildung gemacht???
Avatar #815919
petra2611@gmx.de
am Freitag, 21. Februar 2020, 22:58

weitere Indikationen

Ich finde es nicht gut, dass dieses neue Gesetz nur für Podologen greift, u nur er mit Kk abrechnen darf. Es gibt jetzt schon zu wenig Termine. Und es sind oft Stümper unterwegs. Besser wäre es, endlich gut ausgebildeten Fusspflegern zu gestatten, ihre Kunden über Kk abrechnen zu lassen. Z. B.
Patient zahlt, bekommt am Schluss eine Rechnung und kann damit sein Geld von der Kasse zurück holen.
Sowas muss endlich in die Gesetzgebung der Kk aufgenommen werden.
LNS
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