NewsHochschulenMedizinische Hochschule Hannover: Mutmaßliches Clan-Mitglied abgereist
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hochschulen

Medizinische Hochschule Hannover: Mutmaßliches Clan-Mitglied abgereist

Freitag, 21. Februar 2020

Schwerbewaffnete Polizisten bewachen den Hubschrauberlandeplatz der Medizinischen Hochschule Hannover. /picture alliance, Julian Stratenschulte

Hannover – Das mutmaßliche Clan-Mitglied, dessen Aufenthalt in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) für heftigen Streit gesorgt hat, hat die Stadt mit dem Ziel Istanbul verlassen.

Der 35-Jährige und seine Frau, beide aus Montenegro, seien per Privatflugzeug abgereist, teilte ein Sprecher des niedersächsischen Innenministeriums heute mit. Die Stadt Hanno­ver hatte zuvor auf Bitten und in enger Abstimmung mit dem Ministerium beschlossen, den Mann ausweisen zu lassen.

Anzeige

Der Mann soll in eine blutige Clan-Fehde um Drogengeschäfte verwickelt sein. Am 7. Feb­­ruar war er aus Montenegro eingeflogen, um Ende Januar erlittenen Schussverletzun­gen in Hannover behandeln zu lassen. Die MHH wurde sichtbar von schwer bewaffneten Polizisten mit Maschinenpistolen und schusssicheren Westen bewacht.

Im Bett liegend wurde der Schwerverletzte auf dem Dach der Klinik zu einem Hubschrau­ber der Bundespolizei gebracht. Damit flog er dann zum Flughafen und von dort weiter in Richtung Istanbul.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) sprach von einer guten Nachricht für das Personal sowie die Patienten der Krankenhauses – und für die Polizei. „Ich bin froh, dass diese unnötige Episode jetzt ein Ende gefunden hat“, sagte er.

Schon am Vortag hatte Pistorius unter Berufung auf Klinik-Einschätzungen erklärt, der Patient sei reisefähig, seiner Ausreise stehe daher nichts im Wege. Nach Übergabe der Ausweisungsverfügungen hatten die beiden Montenegriner sieben Tage Zeit, um Deutschland freiwillig zu verlassen. Danach wären sie abgeschoben worden.

„Man muss sich ja fragen, warum dieser Herr überhaupt an der MHH aufgenommen wor­den ist“, sagte Niedersach­sens Ministerpräsident Stephan Weil (SDP). Diese Frage bedürfe der Klärung. „Ich bin sicher, wenn alle Beteiligten an der MHH geahnt hätten, um wen es sich da handelt, dann hätten sie eine Aufnahme sehr viel kritischer geprüft.“ So etwas dürfe in dieser Form nie wieder passieren.

Um den Aufenthalt des Montenegriners, der tagelang von Polizisten in der Klinik bewacht wurde, hatte es massiven Streit gegeben. Der Steuerzahlerbund verlangte etwa, die immensen Kosten für den Einsatz dem Privatpatienten beziehungsweise seiner Familie in Rechnung zu stellen. Auch die Ehefrau des 35-Jährigen, die in einem Hotel in der Nähe wohnte, wurde be­wacht. Abgeordnete in Hannover verlangten von der rot-schwarzen Landesregierung Aufklärung.

Niedersachsen macht sich wenig Hoffnung, dem Mann den aufwendigen Polizeischutz in Rechnung stellen zu können. „Wir prüfen noch, ob das nicht irgendwie möglich ist“, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Gerichtsentscheidungen zur Frage, in welchem Fall die Polizei Einsätze in Rechnung stellen könne, seien sehr unterschiedlich ausgefallen. Bei dem mutmaßlichen Clan-Mitglied habe der Polizeischutz nicht nur ihm selber, son­dern auch dem Personal und den Besuchern der Klinik gegolten. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

27. März 2020
Peine − Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund hat verbindliche Zusagen für die Zukunft des insolventen Klinikums Peine gefordert. Allen Mitarbeitern solle die Perspektive gegeben werden, „an der
Marburger Bund verlangt Perspektive für Beschäftigte des insolventen Klinikum Peine
27. März 2020
Freiburg – Bioinformatiker der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg stellen technische Infrastruktur zur Verfügung, die den Datenaustausch zu SARS-CoV-2 vereinfachen soll. Über öffentliche Server
Universität Freiburg stellt Datenplattform für Big-Data-Auswertungen zu SARS-CoV-2 zur Verfügung
26. März 2020
Dresden – Das Labor der Stammzellspenderdatei DKMS wird das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden ab sofort bei den Tests auf den SARS-CoV-2-Virus unterstützen. Das Universitätsklinikum kann
DKMS-Labor unterstützt Uniklinik Dresden bei Coronatests
18. März 2020
Jena – Ältere Menschen in Deutschland stehen Robotern – zum Beispiel in der Pflege – aufgeschlossen gegenüber. Eine in der Wissenschaft häufig vermutete Roboterskepsis bei Senioren kann eine neue
Senioren stehen Robotern aufgeschlossen gegenüber
18. März 2020
Leipzig – Völlig überrascht wurde die Blutbank des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) nach eigenen Angaben von der Resonanz auf einen Aufruf zur Blutspende: Innerhalb einer Woche seien über 750
Uniklinik Leipzig von Resonanz auf Blutspende-Aufruf überrascht
17. März 2020
Neben der Versorgung von Corona-Patienten und der wissenschaftlichen Erforschung des Virus arbeitet die Universitätsmedizin momentan mit Hochdruck an Lösungsansätzen für eine Sicherstellung der
Fakultäten und Medizinstudierende arbeiten an Lösungen für das Medizinstudium während der Coronakrise
16. März 2020
Würzburg – Das Uniklinikum Würzburg hat ein „Interdisziplinäres Zentrum für Stimme und Schlucken“ (IZSS) eingerichtet. Es ist an der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten,
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER