NewsPolitikErsatzkassen wollen wohnortnahe Versorgung von Lungenkrebspatienten verbessern
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Ersatzkassen wollen wohnortnahe Versorgung von Lungenkrebspatienten verbessern

Freitag, 21. Februar 2020

lungenkrebs - dpa

Berlin – Der Verband der Ersatzkassen (vdek) hat einen Versorgungsvertrag mit dem „na­tionalen Netzwerk Genomische Medizin (nNGM) Lungenkrebs abgeschlossen. Er soll be­troffenen Ersatzkassen-Versicherten den wohnortnahen Zugang zu molekularer Diagnos­tik und individualisierten Therapien erschließen – und dadurch ihre Überlebenschancen verbessern.

56.000 Menschen in Deutschland an Lungenkrebs. Für die meisten ist es bei der Diagno­se­stellung schon zu spät für eine Operation. Für diese Patienten war die Chemotherapie lange Zeit die einzige Therapiemöglichkeit.

Anzeige

Die Erkenntnisse der Genomforschung haben in den vergangenen Jahren jedoch persona­li­sierte Therapien ermöglicht, die gezielt auf bestimmte genetische Veränderungen in den Tumoren (sogenannte Treibermutationen) wirken. Für vier dieser Treibermutationen (etwa 15 Prozent der Patienten) gibt es bereits zugelassene Medikamente.

Für weitere 30 Prozent der Patienten sind solche Mutationen ebenfalls bekannt, aller­dings müssen die Medikamente noch innerhalb klinischer Studien verabreicht werden. Da die Diagnostik und die daraus resultierende Therapieempfehlung hochkomplex ist, können diese Verfahren nur an spezialisierten Zentren durchgeführt werden.

Im neuen Versorgungsvertrag arbeiten universitäre Krebszentren mit Krankenhäusern und onkologischen Praxen sektorenübergreifend zusammen. Konkret entnehmen dabei die primär behandelnden Ärzte (Netzwerkpartner) am Wohnort des Patienten Tumorproben und übermitteln diese an die Experten für molekulare Diagnostik und personalisierte Lungenkrebsbehandlung in den Netzwerkzentren. Diese untersuchen die Proben und beraten anschließend die behandelnden Ärzte und, wenn gewünscht, auch die Patienten auf der Basis der molekularpathologischen Befunde.

„Studien haben gezeigt, dass die Überlebensraten der betroffenen Menschen und die Lebensqualität durch die neue Behandlungsmethode deutlich steigen“, sagte die vdek-Vorstandsvorsitzende Ulrike Elsner, auf die Vorteile des Versorgungsvertrages. Während die Überlebensrate bei der Chemotherapie durchschnittlich nur bei etwa einem Jahr nach Behandlungsbeginn liege, steige sie bei dieser individualisierten Methode deutlich.

Die spezielle Versorgung wird für alle am Vertrag beteiligten Netzwerkzentren von den Ersatzkassen finanziert. Zugleich werden entsprechende Vereinbarungen mit den Netz­werk­partnern der Fachrichtungen Pneumologie, Hämatologie/Onkologie oder Herz- und Thoraxchirurgie abgeschlossen.

Voraussetzung für den Beitritt als Netzwerkpartner ist eine Kooperationsvereinbarung sowie eine Schulung durch die Netzwerkzentren. Die Ergebnisse der Diagnostik, Therapie und die Auswirkungen auf Überlebensrate, Verträglichkeit und Lebensqualität werden netzwerkübergreifend zusammengetragen und zentral evaluiert. © hil/sb/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

11. März 2020
Singapore/ Köln – Das Adenokarzinom der Lunge (LUAD) ist für jährlich über eine Million Todesfälle weltweit verantwortlich. Es ist bekannt, dass es sich zwischen Asiaten und Europäern deutlich
Wie sich Lungenkrebs bei Europäern und Asiaten unterscheidet
28. Februar 2020
Saarbrücken – Bereits 7 Jahre vor der Diagnose Lungenkrebs kann der Tumor mittels micro-RNAs nachgewiesen werden, die im Blut zirkulieren. Das bestätigt eine Studie, in der spezifische kurze
Biomarker im Blut kündigen Lungenkrebs frühzeitig an
7. Februar 2020
Rotterdam – Ein 3-maliges Screening mit einer Niedrigdosis-Mehrschicht-Computertomografie hat in einer randomisierten Studie aus den Niederlanden und Belgien im New England Journal of Medicine (2020;
CT-Screening senkt Lungenkrebssterblichkeit in Studie
17. Dezember 2019
Berlin – Etwa 492.000 Menschen sind 2016 in Deutschland neu an Krebs erkrankt. Das geht aus einer Schätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor, die heute in Berlin vorgestellt wurde. Die
2016 gab es fast eine halbe Million Krebsneuerkrankungen in Deutschland
25. November 2019
Atlanta – Der Tyrosinkinase-Inhibitor der dritten Generation Osimertinib, der auch bei Resistenzen gegen frühere Tyrosinkinase-Inhibitoren wirksam bleibt, hat in einer randomisierten Studie die
Osimertinib verlängert Leben bei fortgeschrittenem Lungenkrebs
6. November 2019
Köln – Für chirurgische Eingriffe zur Behandlung des Lungenkrebses gilt für Krankenhäuser in Deutschland aktuell keine verbindlich festgelegte Mindestmenge. Dabei wirkt sich die häufigere Durchführung
Lungenkrebs-Operationen: Bessere Überlebenschancen bei höheren Fallzahlen
23. September 2019
Köln – Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat dem Wirkstoff Pembrolizumab positive Effekte für eine Teilpopulation von Patienten mit nichtkleinzelligem
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER