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Politik

GKV-Spitzenverband kritisiert Kosten von Spahns Gesetz zu Patientendaten

Montag, 24. Februar 2020

/dpa

Berlin – Der GKV-Spitzenverband stört sich einem Medienbericht zufolge an den Kosten für das von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) geplante Gesetz zum Schutz von Patientendaten.

Für besonders fragwürdig halten die Kassenvertreter die von Spahn geplante Verdoppe­lung der Vergütung, die die Ärzte für die Erstellung von Notfalldaten bekommen sollen, wie das Handelsblatt Inside Digital Health unter Berufung auf eine Stellungnahme zu dem Gesetzentwurf berichtet.

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Durch das Patientendaten-Schutzgesetz (PDSG) sollen Patienten das Anrecht erhalten, dass ihr Arzt auf deren elektronischen Gesundheitskarte grundlegende medizinische Da­ten wie Medikamente oder Erkrankungen speichert.

In Notfällen sollen Sanitäter oder Ärzte diese schnell auslesen können. 2017 hatten GKV-Spitzenverband und Ärztevertreter bereits eine Regelung für die Vergütung für die Not­fall­daten-Erstellung festgelegt.

Spahn will dem Bericht zufolge die Vergütung nun per Gesetz verdoppeln. „Würde man davon ausgehen, dass alle GKV-Versicherten einen Not­fall­daten­satz erhielten, lägen die geschätzten Mehrausgaben bei circa 1,2 Milliarden Euro“, heißt es den Angaben zufolge in dem Papier des GKV-Spitzenverbands. © afp/aerzteblatt.de

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Avatar #648603
normalerdoktor
am Dienstag, 25. Februar 2020, 05:42

@fjmvw: Tatsächlich viel weniger (8,79 € reichen doch auch)

Sie schreiben, die Kassen meinen, 15 € würden ausreichen. Woher Ihr Optimismus?

Reichen sollen offenbar 8,79 €

Denn das ist der „Zuschlag für die Anlage eines Not­fall­daten­satzes“ (GOP 01640, 80 Punkte), den KBV und Kassen 2017 ausgehandelt haben. <https://www.kbv.de/tools/ebm/html/01640_2900811063872460660768.html>

Bei Verdoppelung sind das immerhin schon mal 17,52 € für:

- Persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt,
- Überprüfung der Notwendigkeit zur Anlage eines Not­fall­daten­satzes,
- Einholung der Einwilligung des Patienten zur Anlage eines Not­fall­daten­satzes und
- Anlage eines Not­fall­daten­satzes mit Eintragungen zu medizinisch notfallrelevanten Informationen über den Patienten,
- Übertragung des Not­fall­daten­satzes auf die elektronische Gesundheitskarte (eGK) des Patienten

(Obligater Leistungsinhalt lt. EBM)

Von 30 € oder 50 € kann keine Rede sein.
Avatar #88767
fjmvw
am Montag, 24. Februar 2020, 22:08

GKV: Wir suchen die Vollidioten unter den Ärzten!

Der Ge­sund­heits­mi­nis­ter will pro Patient und Not­fall­daten­satz, den ein Arzt erstellt, tatsächlich 30€ zahlen. Die Kassen meinen, das sei ein völlig überteuerter Preis. 15€ würden auch ausreichen.

Frage: Sind Notfalldaten wichtig? Vermutlich schon.
Frage: Sind Notfalldaten wertvoll? Vermutlich schon.
Frage: Können falsche oder unvollständige Notfalldatensätze schwerwiegende Folgen haben? Vermutlich schon.
Frage: Kann das Leben eines Patienten von den Notfalldaten abhängen? Vermutlich schon.

Lieber Patient,
wenn Notfalldaten so wichtig zu sein scheinen, wieviel Geld wärest du bereit dafür auszugeben, damit diese Daten zuverlässig erhoben, eingetragen und überprüft werden - und das noch von einem Arzt?

50€ oder mehr, das wäre meine Erwartungshaltung.

Wer 30€ zahlen will, der befeuert den Slogan "If you pay peanuts you will get monkeys". Mit anderen Worten: Das Produkt ist von dürftiger Qualität.

Wer nur 15€ zahlen will, muss entweder die Vollidioten unter den Ärzten finden - es gibt immer welche, die sich am ethischen Nasenring durch die Manege ziehen lassen und von Ökonomie keinen blassen schimmer haben. Oder er nimmt billigend in Kauf, dass jemand mit der Qualifikation einer Reinigungsfachkraft die Notfalldatensätze bereitstellt.

LNS

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