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Ärzteschaft

Experten fordern besseren Zugang zu medizinischer Literatur – auch für Laien

Montag, 24. Februar 2020

/pictworks, stock.adobe.com

Berlin – Einen besseren Zugang zu medizinischer Fachliteratur für Mitarbeiter im Ge­sund­­heitswesen und für medizinische Laien fordert das Deutsche Netzwerk Evidenzba­sierte Medizin (EbM-Netzwerk). Die AG Wissensmanagement des Verbandes hat beim Bundestag eine Online-Petition eingereicht, in der sie politische Unterstützung für dieses Anliegen fordert.

„Eine evidenzbasierte, am Patientenwohl orientierte Gesundheitsversorgung braucht hoch­wertige, unabhängige Informationen auf Basis der besten verfügbaren wissen­schaft­lichen Erkenntnisse“, hieß es aus der AG.

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Allerdings scheitere es oft am Zugang zu dieser Evidenz, obwohl die Digitalisierung dafür die besten Voraussetzungen biete. Aber nur die wenigsten medizinischen Berufsgruppen, Patienten und Bürger könnten kostenfrei auf wissenschaftlich verlässliche Informationen zugreifen.

Gerade Ärzte in Praxen oder in kleineren Kliniken könnten wichtige neue Studien nicht im Original lesen, kritisiert das EbM-Netzwerk. Patienten könnten sich nur eingeschränkt über Behandlungsoptionen informieren.

Der schlechte Zugang zur Fachliteratur behin­dere außerdem die Zusammenarbeit von Experten bei der Erstellung von Behandlungs­leitlinien. In anderen Ländern der Welt, zum Beispiel in Norwegen, Großbritannien oder der Schweiz, sei die Situation deutlich besser.

„In Deutschland hat es die Politik in den letzten Jahren aber versäumt, die Zugangswege weiterzuentwickeln, teilweise haben sie sich sogar verschlechtert – obwohl der Koaliti­onsvertrag 2018 eine Verbesserung der Situation vorsieht“, kritisiert das EbM-Netzwerk.

Es fordert eine Gesamtstrategie, um eine zukunftsfähige Informationsinfrastruktur für die medizinische Wissensversorgung in Deutschland aufzubauen. Das bedeute nicht zwin­gend hohe Kosten.

„Für einige Maßnahmen braucht es sogar nur den politischen Willen, da sie sich kosten­neutral und ohne Strukturänderungen umsetzen lassen. So könnten Institutionen mit Auf­gaben vom öffentlichen Interesse Zugang zu wissenschaftlichen Bibliotheken erhalten und für autorisierte externe Nutzer der Zugriff auf die Bibliotheksbestände über gesicher­te Verbindungen erlaubt werden“, informiert das Netzwerk.

Befürworter dieses Anliegens können die Petition der AG Wissensmanagement noch bis zum 10. März unterstützen. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #79783
Practicus
am Mittwoch, 26. Februar 2020, 23:30

Schon die meisten Ärzte

...sind doch vom richtigen Lesen einer Studie hoffnungslos überfordert, wie sehr erst Laien!
Schon nach 5 Minuten geht es dem Google-User schlechter, wenn er seine Symptome eingibt!
Auch noch Laienveröffentlichung von Schrottstudien - das pusht doch die Fake-Journale erst richtig. Selbst das Ärzteblatt fällt regelmäßig auf manipuliete Ergebnisse herein (siehe zB E-Zigaretten)
Bitte nicht!
Avatar #802051
Meinewelt
am Mittwoch, 26. Februar 2020, 21:09

Ohne

Wundern tut mich das nicht. Leider werden auch medizinische Studienergebnisse in Deutschland nur sehr selten veröffentlicht.
Das ist schlecht für die Ärzteschaft, für Patienten und für Menschen, die ihr medizinisches Allgemeinwissen erweitern wollen.
LNS
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