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Hochpräzisions­bestrahlung von Tumoren: Großes Potenzial, viel Forschung nötig

Dienstag, 25. Februar 2020

/dpa

Berlin – Eine Hochpräzisionsbestrahlung, auch stereotaktische Bestrahlung genannt, er­möglicht eine räumlich genau umschriebene, hochdosierte Behandlung von Tumoren und Metastasen. Aber mehr Forschung ist notwendig.

„Eine ablative Hochpräzisionsbestrahlung ist heute oftmals genauso effektiv wie eine Me­tastasen-Operation, aber nicht-invasiv und daher sicherer für die Patienten“, erläuterte Stephanie Combs, Pressesprecherin der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO), auf dem Deutschen Krebskongress Ende Februar in Berlin.

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Allerdings sei auch bei diesem Therapieverfahren die Tumorbiologie sehr bedeutsam. Zum Beispiel habe sich eine stereotaktische Hochpräzisionsbestrahlung bei der Behand­lung von Hirnmetastasen bei Brustkrebspatientinnen als effektiv erwiesen – allerdings nicht bei Patientinnen mit triple-negativen Tumoren.

„Das zeigt, dass die Tumorbiologie auch entscheidend für den Erfolg der Hochpräzisions­bestrahlung ist und hier noch ein weiteres Forschungsfeld offenliegt“, sagte Combs. Die Forschung müsse zeigen, welche molekularen Faktoren einen Tumor strahlenresistent machten und wo selbst der Einsatz der Hochpräzisionsbestrahlung mit Höchstdosen wenig bringe.

„Wir müssen Patienten, die gut ansprechen, anhand der Tumormerkmale charakterisieren und bei ihnen Vergleichsstudien zwischen der stereotaktischen Bestrahlung und der ope­ra­tiven Entfernung von Metastasen und Tumoren durchführen“, betonte sie.

Bei der Hochpräzisionsbestrahlung werden das Bestrahlungsfeld und der Einfallwinkel millimetergenau berechnet. Der Patient wird während der Behandlung mit einer speziell auf ihn angepassten Lagerungshilfe gelagert.

Bei Bestrahlung von Hirnmetastasen erfolgt eine Fixierung des Kopfes in einer speziellen Maske. Mittels CT erfasst der Strahlenmediziner die genaue Position des Tumors. Auch die Atemphasen können erfasst und diese Bewegung ausgeglichen werden. Wichtig ist laut der DEGRO eine hohe Expertise und Erfahrung des Behandlers. © hil/aerzteblatt.de

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