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Bericht: HIV-positive Schwangere in Südafrika nach Entbindung zwangssterilisiert

Montag, 24. Februar 2020

/liderina, stock.adobe.com

Johannesburg – In Südafrika sind dutzende schwangere Frauen, die positiv auf das HI-Virus getestet wurden, offenbar unmittelbar nach der Entbindung zwangssterilisiert worden. Das ergab eine Untersuchung der südafrikanischen Gleichstellungskommission (CGE), deren Ergebnisse heute vorgelegt wurden.

Demnach wurde die Zwangssterilisierung teils ohne Wissen der Patientinnen vorgenom­m­en. Die Kommission rief die Regierung in Pretoria zu stärkeren Kontrollen von Sterilisie­rungen auf.

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Die Untersuchungsergebnisse basieren auf eidesstattlichen Versicherungen, die die CGE bei den 48 betroffenen Frauen eingeholt hatte. Die Zwangssterilisierungen ereigneten sich demnach zwischen 2002 und 2015.

Alle Frauen seien schwarz und „in den meisten Fällen HIV-positiv“, teilte CGE-Chefin Ke­ke­tso Maema mit. Kurz vor der Entbindung seien die Frauen „genötigt oder gezwungen“ worden, Formulare zu unterschreiben. Erst später erfuhren die Patientinnen demnach, dass sie mit ihrer Unterschrift in eine Sterilisierung einwilligten.

In dem Bericht heißt es, Ärzte und Pflegekräfte hätten den Frauen gedroht, sie nicht zu behandeln, sollten sie die Formulare nicht unterschreiben. Einige Frauen gaben an, die Dokumente seien ihnen vorgelegt worden, als sie unter den „extremen Schmerzen“ der Geburt gelitten hätten, sodass es ihnen unmöglich gewesen sei, den Inhalt der Formulare zu erfassen.

Bei allen Opfern der Zwangssterilisierung war laut dem Bericht ein Kaiserschnitt vorge­nommen worden. Als Teil des Eingriffs wurden dann bei den Frauen die Eileiter durch­trennt. Für viele der Frauen hatte die Zwangssterilisierung dramatische psychische Fol­gen. Viele litten in der Folge an Depressionen, einige wurden wegen ihrer vermeintlichen Unfruchtbarkeit von ihren Partnern verlassen.

Die Frauen seien in ihren Rechten verletzt und „menschenunwürdig“ behandelt worden, erklärte die Gleichstellungskommission. Dem medizinischen Personal warf sie vor, gegen seine Fürsorgepflicht verstoßen zu haben. Die Kommission rief das Ge­sund­heits­mi­nis­teri­um dazu auf, künftig die schriftlichen Einwilligungen zu Sterilisierungen zu überprüfen.

Sie empfahl zudem die Einführung einer Widerrufsfrist zwischen der Unterzeichnung und der Operation. Das Ge­sund­heits­mi­nis­terium reagierte zunächst nicht auf Anfragen zu dem Bericht. Rund 13,5 Prozent der knapp 53 Millionen Einwohner Südafrikas leben mit dem HI-Virus. © afp/aerzteblatt.de

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