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Medizin

CT erkennt Covid-19 früher als Labortest, aber nicht immer sofort

Donnerstag, 27. Februar 2020

Ein Arzt überprüft das CT-Bild der Lunge eines Patienten im Zhangzhou Municipal Hospital in der Südostchinesische Provinz Fujian. /picture alliance
Ein Arzt überprüft das CT-Bild der Lunge eines Patienten im Zhangzhou Municipal Hospital in der Südostchinesische Provinz Fujian. /picture alliance

Wuhan und New York – In Wuhan, dem Ursprungsort der Covid-19-Pandemie, hatten viele Patienten bei der Aufnahme in die Klinik noch einen negativen RT-PCR-Test, während in der Thorax-Computertomografie (CT) laut einer Studie in Radiology (2020; doi: 10.1148/radiol.2020200642) bereits typische Veränderungen erkennbar waren. Aber auch die CT-Befunde bleiben laut einer weiteren Publikation in Radiology (2020; doi: 10.1148/radiol.2020200463) in den ersten Tagen nach Einsetzen der Symptome häufig unauffällig.

Im Tongji Hospital in Wuhan wurden vom 6. Januar bis zum 6. Februar 1.014 Patienten mit Verdacht auf Covid-19 behandelt. Der RT-PCR-Test, der Gene des neuartigen Sars-CoV-2 nachweist, fiel bei 601 Patienten (59 %) positiv aus. Bei 580 dieser Patienten wurden im Thorax-CT bei der Aufnahme die typischen Anzeichen einer Viruspneumonie wie Milchglastrübungen oder flächige Aufhellungen (Konsolidierungen) einzelner Lungenabschnitte gefunden. Die Sensitivität der CT-Untersuchung betrug 97 % (580/601) und laut dem Team um Liming Xia wären die allermeisten Fälle demnach ohne RT-PCR-Test erkannt worden.

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Ohne initiale CT-Untersuchung werden einige Covid-19 übersehen

Unter den 413 Patienten mit negativem RT-PCR-Test waren 308 (75 %), die im Thorax-CT bereits die typischen Anzeichen einer Viruspneumonie aufwiesen. Trotz des negativen RT-PCR-Tests hielten die Mediziner an ihrer Verdachtsdiagnose fest: Bei 147 Patienten (48 %) wurde eine Covid-19 als sehr wahrscheinlich und bei weitere 103 (33 %) als wahrscheinlich eingestuft.

Bei diesen Patienten fiel 4 bis 8 Tage später auch der RT-PCR-Test positiv aus. Ohne die anfängliche CT-Untersuchung wären deshalb einige Erkrankungen zunächst übersehen worden, schreibt Xia. Das Thorax-CT kann nach Ansicht der chinesischen Radiologen auch genutzt werden, um die Erholung abzuschätzen. Bei 24 von 57 Patienten (42 %) kam es zunächst im CT zu einer Verbesserung, bevor ein RT-PCR-Test negativ ausfiel.

Ein negativer CT-Befund schließt jedoch eine Infektion mit dem Sars-CoV-2 keineswegs aus, selbst wenn es bereits zu Symptomen gekommen ist. Dies zeigt die Auswertung der Thorax-CTs von 121 Patienten aus China, die Radiologen der Icahn School of Medicine in New York näher unter die Lupe genommen haben.

Insgesamt 36 CT-Untersuchungen waren in den ersten beiden Tagen nach Symptombeginn durchgeführt worden. Bei 20 von ihnen (56 %) konnten Adam Bernheim und Mitarbeiter keinerlei Veränderungen erkennen, die auf eine Pneumonie hindeuten. Bei den 33 Patienten, die 3 bis 5 Tage nach Einsetzen der Symptome im Thorax-CT untersucht wurden, waren nur noch 3 (9 %) ohne die typischen Aufhellungen, die auf eine Pneumonie hinweisen. Von den 25 Patienten, deren Thorax-CT erst 6 bis 12 Tage nach Symptombeginn durchgeführt wurde, war nur 1 Patient (4 %) ohne Pneumoniezeichen. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #711626
philipp.kapp75
am Sonntag, 1. März 2020, 08:12

Strahlenschutz?

oder soll die Bestrahlung im CT "therapeutisch" wirksam sein? Die Chinesen wissen scheinbar mehr als wir.
LNS

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