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Politik

Medizinstudium in Polen: Brandenburg sucht weiter nach Lösung für Approbationsproblem

Donnerstag, 27. Februar 2020

Ursula Nonnemacher, Ge­sund­heits­mi­nis­terin in Brandenburg (Grüne) /picture alliance, Soeren

Potsdam/Stettin – Brandenburg sucht für das Problem der fehlenden Zulassung junger Mediziner nach dem Studium in Polen weiterhin nach einer verlässlichen Lösung – auch für künftige Ab­sol­venten.

„Wir bemühen uns, den Ärztemangel oder den Mangel an Fachkräften zu beheben, aber trotzdem unsere Qualifikationen hier aufrechtzuerhalten“, sagte Ge­sund­heits­mi­nis­terin Ursula Nonnemacher (Grüne) heute im Landtag in Potsdam. An der Suche nach weiteren Lösungen sei Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) beteiligt. „Er steht auch wei­ter in Kontakt mit dem polnischen Ministerium.“

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Polen hatte im vergangenen Jahr die Anforderungen an eine automati­sche Anerkennung der Berufsqualifikation zum Arzt auf Grundlage eines Medizinstudiums in Polen erhöht. Dabei geht es um Grundkenntnisse im Bereich Medizinrecht und -ethik vor allem bezo­gen auf Polen (LEK) und um eine Ausbildung ähnlich dem ehemaligen Arzt im Praktikum (Staz). Polen will dies nicht ändern und hält an den zwei Zusätze fest.

Mehrere junge Deutsche hatten ihr Studium an der Pommerschen Medizinischen Univer­sität (PUM) in Stettin beendet – kurz zuvor begannen aber die gestiegenen Anforderun­gen. Sie bekommen in Brandenburg deshalb derzeit keine Approbation. Das Problem besteht auch in mehreren anderen Bundesländern.

Der Landtag in Brandenburg forderte die rot-schwarz-grüne Landesregierung heute dazu auf, dass mit dem Bund und Polen alternative Ansätze geprüft werden sollten. Dazu zähle etwa eine Ausnahmeregelung, wie sie Österreich und Frankreich mit der EU-Kommission vereinbart hätten. Wer das Land nach abgeschlossenem Studium verlasse, könne anders­wo in der EU eine automatische Anerkennung bekommen.

In Österreich und Frankreich erhielten die Absolventen die Approbation aber erst nach abgeschlossener Weiterbildung. Auch Linke und Freie Wähler stimmten für den Antrag von SPD, CDU und Grünen, die AfD enthielt sich. Der Idee hatte das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) allerdings bereits eine Absage erteilt.

Seit 22 Jahren gibt es dem Antrag zufolge an der PUM einen englischsprachigen Medizin­studiengang für Studenten aus dem Ausland. Der Asklepios-Konzern – speziell das Klini­kum Uckermark – arbeitet seit 2013 mit der Uni zusammen, um deutsche Ärzte für seine Kliniken ausbilden zu lassen.

Im vergangenen Jahr bekam die zuständige Zulassungs­be­hörde in Brandenburg zwei An­träge auf Approbation von Absolventen aus Stettin, die aber nun unvollständig waren. Der AfD-Abgeordnete Volker Nothing kritisierte: „Warum ist das bei uns denn nicht mög­lich?“ Er betonte: „Wir haben Ärztemangel.“

Die Linksfraktion wies darauf hin, dass das Problem weitere Kliniken betreffe. Dazu ge­höre etwa die kommunale Gesellschaft für Leben und Gesundheit, die unter anderem Krankenhäuser in Eberswalde, Prenzlau und Angermünde betreibe, sagte der Linke-Abgeordnete Ronny Kretschmer.

Sie gehe aber sehr pragmatisch vor. Den Absolventen wurde ein entlohntes Praktikum ermöglicht. Sie könnten nach der Bundesärzteordnung eine Berufserlaubnis bekommen für eine Tätigkeit, die zum Abschluss einer ärztlichen Ausbildung erforderlich sei.

Brandenburgs Ge­sund­heits­mi­nis­terin Nonnemacher sagte, das Land habe dem Asklepios-Konzern 2019 vorgeschlagen, eine Erlaubnis zum Beenden der ausländischen Ausbildung auf Grundlage der Bundesärzteordnung unter Arztaufsicht zu erhalten.

Damit hätten die Absolventen eine praktische Ausbildung absolvieren und diese vom polnischen Gesund­heitsministerium anerkennen lassen können. „Das ist uns zugesichert worden“, sagte Nonnemacher.

Sie hätten dann nach einer mündlichen Abschlussprüfung („LEK“) auch in Englisch eine Approbation bekommen können. Eine Medizinerin sei den Weg gegangen, aber nicht in einer Asklepios-Klinik. Die Ministerin sagte, sie wolle sich über die Modalitäten der Prü­fung in Englisch erkundigen.

Wie der Tagesspiegel berichtet, haben drei der betroffenen Mediziner in Brandenburg ihren Antrag auf Approbation aus Protest zurückgezogen. © dpa/aerzteblatt.de

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