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Ausland

Gericht in Israel ermöglicht Leihmutterschaft für homosexuelle Paare

Freitag, 28. Februar 2020

/adobe.stock.com

Jerusalem – Auch gleichgeschlechtlichen Paaren in Israel soll es in Zukunft ermöglicht werden, mithilfe von Leihmüttern Kinder zu bekommen. Israels Höchstes Gericht ent­schied gestern, der Staat müsse dies auch homosexuellen Paaren sowie alleinstehenden Männern erlauben. Eine entsprechende Gesetzesänderung müsse binnen eines Jahres verabschiedet werden.

LGBT-Organisationen in Israel lobten die Entscheidung als historischen Schritt. Eine Leihmutterschaft ist bisher in Israel nur für heterosexuelle Paare grundsätzlich erlaubt, allerdings unter strengen Auflagen. Homosexuelle Männer behelfen sich daher oft mit einer Leihmutterschaft im Ausland.

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Das Gericht befand nun, dieser Zustand sei diskriminierend und nicht rechtmäßig. Es sei „ein schwerer Verstoß gegen die Würde jener Männer, die das Leihmutterverfahren in Anspruch nehmen wollen, denen es aber verweigert wird“.

Die Vorsitzende des israelischen LGTB-Verbands, Hila Peer, sagte der Nachrichtenseite ynet: „Dies ist eine historische Entscheidung für den Staat Israel, die homosexuelle Ge­meinschaft und Tausende israelischer Paare, die ihr Grundrecht auf Elternschaft verwirk­lichen werden.“

Israel ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich toleranter gegenüber Homosexualität geworden. Gleichgeschlechtliche Paare können jedoch nicht heiraten, und es gab bisher Probleme bei Adoption und Leihmutterschaft.

Strengreligiöse Parteien haben großen Einfluss in der Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Sie lehnen Gesetzesänderungen zugunsten von Schwulen und Lesben ab, weil sie dies als Verstoß gegen jüdische religiöse Gebote ansehen. © dpa/aerzteblatt.de

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weiffenj
am Sonntag, 1. März 2020, 08:15

Grundrecht auf Elternschaft?

Da wird im Artikel eine Dame mit dem "Grundrecht auf Elternschaft" zitiert. Da bin ich verblüfft. Woher kommt dieses "Grundrecht"? Ein Grundrecht ist per Definition ein Recht, das beim Staat einklagbar ist und für das dieser verantwortlich ist. In letzter Konsequenz also könnte ich, wenn ich ein "Grundrecht auf Elternschaft" oder ein "Grundrecht auf Kinder" festschreibe, vom Staat als kinderloser Mensch ein Kind einklagen. Konsequenterweise müsste mir dann der Staat ein Kind zur Verfügung stellen. Wie absurd ist das? Wie können wir ein Recht auf einen anderen Menschen haben?
Leihmutterschaft ist in letzter Konsequenz Menschenhandel. Es werden Kinder gekauft und verkauft ohne Rücksicht auf die Mutter-Kind-Beziehung die schon im Mutterleib entstanden ist, unter Inkaufnahme einer tiefen Identitätskrise (wo komme ich her? wer sind meine Eltern? Wie viel war und bin ich wert?) des heranwachsenden Kindes. Ethisch in höchstem Maße fragwürdig!
Also bitte Vorsicht mit dem Begriff eines Grundrechts in diesem Zusammenhang!
Für weitere Infos zur Leihmutterschaft: https://www.youtube.com/watch?v=v1_Sohk8CKg
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